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Rundgang durch ein altes Stauwehr.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 09.12.2019.
abspielen. Laufzeit 07:15 Minuten.
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Wehr Winznau 100-jähriges Industriegebäude wird abgerissen

Im November 1917 wurde das Wasserkraftwerk an der Aare in Gösgen in Betrieb genommen. Ein Teil davon ist das Stauwehr in Winznau. Nach über 100 Jahren in Betrieb wird das Wehr in den nächsten Jahren abgerissen. Der Grund: die Anlage ist nicht genug erdbebensicher.

Das Wehr wurde wenige Kilometer flussabwärts von Olten erbaut. Es besteht aus fünf sogenannten Schützen, die jeweils 20 Meter breit und 80 Tonnen schwer sind. Die fünf Schützen stauen die Aare und leiten den Grossteil des Wassers in den Aare-Kanal (im Bild unten links).

Blick auf das Wehr
Legende: SRF / Andreas Brandt

Der Aarekanal führt fünf Kilometer weit bis zum Flusskraftwerk Gösgen. Die fünf Schützen des Wehres regeln den Pegel des Kanals auf wenige Zentimeter genau. Das Wasser, das nicht in den Kanal fliesst, wird in die Alte Aare abgeleitet.

Wasser fliesst über das Wehr
Legende: SRF / Andreas Brandt

Die Schützen sind an schweren Ketten aufgehängt und können so bewegt werden. Die Ketten werden über Zahnräder von Maschinen angetrieben, die ca. 10 Meter oberhalb des Flusses im Oberbau platziert sind.

Unter dem Wehr
Legende: SRF / Andreas Brandt

Thomas Fürst, Geschäftsführer der Alpiq Hydro Aare, der Besitzerin des Wehrs, betont, dass die Zahnräder noch genauso installiert sind wie vor 100 Jahren. Angetrieben werden sie von elektrischen Motoren. Gesteuert wird die Anlage - anders als vor 100 Jahren - heute automatisch. Überwacht wird sie vom Kraftwerk Gösgen aus, das sich fünf Kilometer kanalabwärts befindet.

Mann
Legende: SRF

Allerdings gebe es für den Notfall oder den Unterhalt auch die Möglichkeit das Wehr nach wie vor vor Ort zu steuern. Ausserdem gebe es auch einen Diesel-Motor, falls das Stromnetz zusammenbrechen sollte. Das Wehr muss auch in solchen Fällen betriebsbereit sein, sonst könnte es zu Überschwemmungen kommen.

Läuft alles nach dem Plan der Alpiq, dann wird das Wehr ab 2021 schrittweise abgerissen. Die Energiefirma rechnet mit einer Bauzeit von vier bis fünf Jahren. Die Bauarbeiten wird sich relativ aufwändig gestalten, weil das Wehr natürlich dauernd in Betrieb sein muss. Deshalb will Alpiq das Wehr Schütze für Schütze abreissen bzw. umbauen.

Visualisierung des geplanten Damms
Legende: So wird das umgebaute Wehr ohne Oberbau aussehen. ZVG / Alpiq

Statt über Maschinen und Zahnräder in einem Oberbau wird das Wehr künftig hydraulisch gesteuert, durch Anlagen im Boden. Der Umbau kostet über 50 Millionen Franken, welcher Alpiq finanziert. Damit sich diese Investition rechnet, hat der Stromkonzern eine neue Konzession für das Wasserkraftwerk Gösgen beantragt.

Visualisierung
Legende: ZVG / Alpiq

Aktuell ist gegen die Konzession noch eine Beschwerde hängig. Bei der Alpiq ist man aber zuversichtlich, dass die Konzession schon bald rechtskräftig wird und damit auch das Wehr in Winznau schon bald abgerissen werden kann.

Mit der neuen Konzession erhält Alpiq zusätzliche Auflagen. So wird künftig mehr Wasser in die Alte Aare geführt, dies aus Naturschutzgründen. Ausserdem wird es künftig erlaubt sein mit dem Velo über das Wehr zu fahren. Aktuell gilt ein Fahrverbot.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Urs Stotz  (Urs Stotz)
    Für den Umbau habe ich Verständnis. Schön auch für die Velofahrer, dass für sie das Wehr neu befahrbar sein wird. Was ich aber schade finde, dass der Umbau nicht genutzt wird, dass die Strecke nach dem Wehr für Wassersportler und Kanuten nicht genutzt werden kann. Jetzt bildet sich nach dem Wehr ein tödlicher Rücklauf. In Baden habe wurde vor 15 Jahren so ein Umbau genutzt und mit dem Gefälle und ein paar Steinen in der Limmat eine einfache aber attraktive Slalomstrecke geschaffen.
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