Rettung bei Herznotfall Wer soll helfen, wenn das Herz still steht?

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Wenn nicht schnell genug Hilfe vor Ort ist, ist das Leben des Patienten in Gefahr. Im Kanton Solothurn können viele Feuerwehrleute Hilfe leisten bei einem Notfall. Ist dieses System aber nun gefährdet?

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Bildlegende: Die Solothurner Lösung sieht eine rasche Rettung vor, dank Einsatz der Feuerwehren. Keystone

38 von 88 Solothurner Feuerwehren verfügen über sogenannte Herznotgruppen oder First Responder. Darunter versteht man speziell ausgebildete Feuerwehrangehörige, welche alarmiert werden, wenn in ihrer Nähe jemand Herz-Kreislauf-Probleme erleidet.

Wenn sie schneller vor Ort sein können als die Ambulanz, rücken sie aus und leisten erste Hilfe. Ein System, das so in der Schweiz einzigartig ist.

Wie steht die Solothurner Regierung aber zu diesem System? Will sie es gar abschaffen? Diese und weitere Fragen stellte die Egerkinger Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi (FDP) in einer Interpellation. Der Regierungsrat bezeichnet in seiner Antwort die Lösung der Herznotgruppen als gut. Er sieht aber auch Verbesserungsmöglichkeiten, zum Beispiel erwähnt er das System des Kantons Bern, wo Freiwillige mittels Smartphone-App alarmiert werden und helfen.

Weiter gibt der Solothurner Regierungsrat zu bedenken, dass der Einsatz von First Respondern nicht zur Kernaufgabe der Feuerwehren gehöre.

Zu wenig Unterstützung?

Mit den Antworten auf ihre Fragen ist Johanna Bartholdi nicht zufrieden. Sie hätte sich ein ausdrücklicheres Bekenntnis der Kantonsregierung zum System gewünscht.

Auf der einen Seite würden ausgebildete Feuerwehrangehörige als Laien bezeichnet, auf der anderen Seite bringe der Regierungsrat die Variante mit der Smartphone-App ins Spiel.

Hauptsache, die Hilfe kommt schnell

Als grundsätzlich gut beurteilt man die Solothurner Lösung bei den Solothurner Spitälern. Oliver Reisten, ärztlicher Leiter des Rettungsdiensts, betont, die First Responder seien sehr wichtig. Eine Ambulanz treffe in der Regel nach 15 Minuten beim Patienten ein, ein Helfer der Feuerwehr sei oft viel schneller vor Ort. Wichtige Minuten früher, die über Leben und Tod oder bleibende Gehirnschäden entscheiden.

Die Befürchtung von Johanna Bartholdi bezüglich der Smartphone-App teilt Reisten aber nicht. Die Alarmierung von Freiwilligen damit funktioniere im Kanton Bern gut. Zudem müssten diese Helfer auch einen Kurs absolvieren, in dem sie das richtige Verhalten bei einem Herzstillstand lernten.