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Aargau Solothurn Widerstand gegen Asylzentrum Menziken - Kanton zeigt Verständnis

Der Kanton will einen Gasthof in Menziken zu einer Asylunterkunft mit 90 Plätzen umfunktionieren. Die Aargauer Gemeinde bringt schon heute mehr Asylbewerber unter als sie müsste. Die Stimmung im Dorf ist gereizt, das zeigte sich am Mittwoch. Beim Kanton sieht man im Moment keine Alternativen.

Legende: Video Protest gegen zweite Asylunterkunft abspielen. Laufzeit 04:24 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 28.05.2015.

Nach aktuellen Schätzungen sollen dem Kanton Aargau vom Bund im laufenden Jahr rund 2000 Asylbewerber zugewiesen werden. Darum sind dringend zusätzliche Plätze nötig. In Menziken will der Kanton deshalb den schliessenden Gasthof Sternen zu einer Asylunterkunft umfunktionieren, wie Mitte Mai bekannt wurde.

«Das Fass ist voll»

Am Mittwoch fand in Menziken ein Informationsanlass für die Bürgerinnen und Bürger zur geplanten Asylunterkunft statt. Der Kanton war zur Veranstaltung im Vorfeld ausgeladen worden. Und gegen den Kanton hagelte es dann auch harsche Kritik vom Gemeinderat.

Die Verteilungspolitik des Kantons sei nicht gerecht, begründet er. Menziken hat bereits eine kantonale Unterkunft mit rund 60 Asylbewerbern. Laut dem kantonalen Verteilungsschlüssel müsste die Gemeinde total 12 Personen aufnehmen.

Mit zusätzlichen 90 Personen wären knapp 10 Prozent aller Asylbewerbern im Kanton Aargau in Menziken untergebracht. Eindeutig zu viel argumentiert der Gemeinderat.

Gemeinderat will kämpfen

Die Bürgerinnen und Bürger stellten sich am Mittwoch hinter den Gemeinderat und wehrten sich während der offenen Diskussion gegen die neue Asylunterkunft. Während für einige Bürger das Fass schlicht voll fürchten sich andere vor dem Zorn der Bevölkerung auf die Asylbewerber.

Wir sind nicht gegen asylsuchende Menschen, aber gegen die ungerechte Verteilungspolitik des Kantons
Autor: David LeibundgutBürger von Menziken

Der Gemeinderat trifft nun einerseits juristische Abklärungen, bei welchen es um die Prüfung der Bewilligung für die Umnutzung des Gebäudes geht. Der Kanton Aargau hat keine Bewilligung dafür eingeholt. Ausserdem will sich die Gemeinde mit einer Petition und einem Vorstoss im Grossen Rat gegen die Unterkunft wehren.

Kanton zeigt Verständnis

«Wir anerkennen, dass die Verteilung der Asylsuchenden nicht optimal ist», sagte Balz Bruder, Sprecher des zuständigen Departements, gegenüber Radio SRF. Der Kanton habe Verständnis für Menziken. Leider könne der Kanton nur dort Unterkünfte einrichten, wo es freie, bezahlbare Wohnungen gibt. Mit Menziken will der Kanton erneut das Gespräch suchen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von André Hediger, Menziken
    Der Kanton würde das nächste mal wohl besser auf eine Stellungnahme verzichten. Mit Verständnisheuchlerei und dieser dämlichen Ausrede in anderen Gemeinden keine Unterkünfte zu finden, stellt er sich nur selbst an den Pranger. Weshalb existiert überhaupt ein Verteilschlüssel, wenn er sowiso nicht mal im Ansatz beachtet wird? Man hätte sich dann zumindest die Kosten die zur Berechnung des Verteilschlüssels benötigt wurden gespart!
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