Widerstand gegen Pistenverlängerung in Grenchen wächst

Die Gegner einer möglichen Pistenverlängerung am Flughafen Grenchen machen sich Sorgen um die Lebensqualität der Menschen in der Umgebung. Sie wollen nach eigenen Angaben auch die «Witischutzzone» mit seltenen Tier- und Pflanzenarten erhalten und kämpfen für Kulturland.

Transparent der Gegener eines Flughaufenausbaus Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Gegner der Ausbaupläne am Flughafen Grenchen wehren sich gegen die Pistenverlängerung. SRF

Seit Monaten füllt die geplante Pistenverlängerung beim Flugplatz Grenchen Zeitungsseiten und Leserbriefspalten. Der Widerstand wächst täglich. Innerhalb eines Monates haben sich gegen 1700 Leute im Komitee «Gegen Osterweiterung Flughafen Grenchen» zusammengefunden. Und täglich werden es mehr.

Bauern gehören dazu, Fischer, Leute aus der Region und alle Solothurner Umweltverbände. «Für uns ist dieser Eingriff unverhältnismässig», sagt Nicole Hirt, Präsidentin von Pro Natura Solothurn dazu. «Im Osten wird die kantonale «Witischutzzone» tangiert, im Westen wären es Zugvogelreservate von nationaler Bedeutung.»

«Wirtschaftlicher Nutzen wird überbewertet»

Die Betreiber des Flughafens ihrerseits betonen immer wieder, die Zukunft des Flughafens hänge von einer Pistenverlängerung ab. Diese wäre vor allem für Businessflugzeuge von eminenter Wichtigkeit und diese Flugzeuge wiederum brauche die Wirtschaft der Region, um wachsen zu können.

Simon Winkelhausen, der Präsident des Komitees «Gegen Osterweiterung Flughafen Grenchen» bezweifelt dieses Argument. «Bis jetzt ist noch kein CEO der Region hingestanden, um dieses Argument zu bekräftigen,» sagt er. «Der Flugplatz will die Pistenverlängerung um die Buisnessfliegerei auszubauen, um so mehr Kerosin verkaufen zu können. Dies alles damit man die rückläufige Hobbyfliegerei auffangen kann.»

Mehr und tiefere Flüge

Winkelhausen rechnet damit, dass eine Osterweiterung vor allem den Gemeinden Selzach und Altreu mehr Fluglärm bringen würde. Er spricht von bis zu 50 zusätzlichen Überflügen täglich, die weniger als 100 Meter über Boden über die Naherholungsgebiete fliegen würden.

Der Flughafen selber habe bisher nicht besonders gut kommuniziert. Er habe viel gefordert, sei die Fakten jedoch schuldig geblieben oder habe es mit der Wahrheit nicht immer ganz genau genommen, werfen die Gegner dem Flughafen vor. Am Dienstag an einer Medienkonferenz wollen die Flughafenbetreiber nun Klarheit schaffen. Die Gegner warten gespannt.