Wildwuchs bei Arbeitslosenprogrammen im Kanton Solothurn

Immer mehr Firmen bieten im Kanton Solothurn Programme für Ausgesteuerte an und kassieren dafür Geld von Kanton und Gemeinden. Über 50 solche Angebote gibt es inzwischen. Das unkontrollierte Wachstum macht der Kantonsregierung Sorgen.

Ausgesteuerte Arbeitslose sollen nicht länger von der Sozialhilfe leben. Deshalb helfen die Solothurner Gemeinden den Ausgesteuerten eine Arbeitsstelle zu finden. Um genau zu sein: Die meisten Gemeinden delegieren dies an die Sozialregionen, und diese wiederum geben die Aufgabe häufig an private Firmen weiter.

Bei den Programmen für ausgesteuerte Arbeitslose gibt es im Kanton Solothurn zu viele Anbieter und zu wenig Kontrolle. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei den Programmen für ausgesteuerte Arbeitslose gibt es im Kanton Solothurn zu viele Anbieter und zu wenig Kontrolle. Keystone

Inzwischen gibt es über 50 solche Programme im Kanton Solothurn. Die Zunahme solcher Anbieter bereitet der Kantonsregierung Sorgen, wie sie am Montag mitteilt. Zudem fehle jegliche Kontrolle. Ob die Programme wirklich etwas nützen ist völlig offen. Es fehlt bisher ein Controlling.

Auch die Gemeinden sind mit der Situation nicht zufrieden. Sie finanzieren die Sozialregionen, welche die Ausgesteuerten in Kurse schicken. Eine Kontrolle haben die Gemeinden allerdings nicht. Kuno Tschumi, Präsident des Verbands der Solothurner Einwohnergemeinden, beklagt gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF, dass man den Sozialleitern als Gemeinderat fast ausgeliefert sei.

Die Schuld sieht Tschumi jedoch nicht nur bei den Sozialämtern. Der Kanton gebe den Sozialämtern immer mehr Aufgaben. Diese könnten deshalb ihre eigentlich Aufgabe, das Betreuen der Ausgesteuerten, gar nicht mehr wahrnehmen. Deshalb vergeben die Sozialämter öfter Aufträge an private Firmen.

Keine Ahnung ob Programme etwas nützen

Beim kantonalen Amt für Soziale Sicherheit zeigt man sich einsichtig. Man wolle mit den Gemeinden Lösungen suchen, um die Sozialarbeiter an der Front zu entlasten, sagt Amtsleiterin Claudia Hänzi. Gemeinsam mit den Gemeinden möchte der Kanton auch ein Controlling aufbauen. Damit soll dann klar sein, ob die Programme für die Ausgesteuerten wirklich etwas nützen und diese wieder eine Arbeit finden.