Wohin steuert die FHNW mit immer mehr Studenten?

Mittlerweile studieren 11'000 Personen an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) - und deren Direktor rechnet nicht damit, dass die Spitze erreicht ist. Was tun? Denn der Platz wird knapp. Die Trägerkantone sollen mit mehr Geld mehr Platz schaffen sagen die einen, wohl kaum sagen die anderen.

Fassade des Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Welcher Weg ist der richtige für die FHNW: Mehr Geld von den Trägerkantonen erhalten oder selber zuerst sparen? SRF

Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) ist erfolgreich. So erfolgreich, dass sie – wenn sie weiterhin so viele Studierende hat – bald aus allen Nähten platzt. Und das, obschon sie gerade erst zehn Jahre alt geworden ist.

Mehr Geld oder weniger Studentenzuwachs

Gemäss Mitteilung vom letzten Montag studieren aktuell gut 11'000 Personen an der FHNW. Das ist ein Zuwachs von sieben Prozent im Jahr 2015. Für den Direktor Crispino Bergamaschi ist das eine gute Grösse. Künftig könne man aber höchstens weitere 1000 Studenten aufnehmen, aus Platzgründen.

Denn: «Wenn die Trägerkantone nicht mehr im gleichen Mass in der Lage sind, den zusätzlichen Finanzbedarf zu decken, müssen wir schauen, dass wir weniger stark wachsen», erklärt Bergamaschi im Interview mit dem Regionaljournal.

Mehr Geld aus dem Aargau?

Was sagen Bildungspolitiker aus den Kantonen Aargau und Solothurn dazu? Erst einmal freuen sie sich mit Bergamaschi über den Zuwachs, das spreche für die Qualität der FHNW. Uneinig sind sie sich jedoch, wie man damit umgehen soll.

Es brauche ein gezieltes Wachstum insbesondere in den Mint-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und in der Pädagogik, meint Thomas Leitch (SP), er ist im Aargauer Grossen Rat Präsident der Kommission für Bildung, Kultur und Sport. Auch die Zusammenarbeit mit andern Fachhochschulen, die gleiche Studiengänge anbieten sei nötig, so Leitch.

Die Politik müsse mittelfristig eingreifen und vorgeben, welche Studiengänge der FHNW bei Studenten und auf dem Arbeitsmarkt beliebter seien und deshalb stärker gefördert werden müssten – nötigenfalls auch mit mehr Geld.

Solothurner möchten lieber sparen

Anders tönt es im Kanton Solothurn: Die Trägerkantone Aargau, Solothurn, Basel-Land und Basel-Stadt haben nicht genug Geld, um die FHNW auszubauen, sagt beispielsweise Urs von Lerber (SP), seinerseits ebenfalls Präsident der Bildungs- und Kulturkommission im Kanton Solothurn.

Manche Studiengänge müsse man wohl ausbauen, bestätigt er auf Anfrage. Die FHNW komme aber womöglich nicht darum herum, «sich an anderen Orten einzuschränken und nicht mehr Studienplätze zur Verfügung stellen», so Urs von Lerber. Und dann gebe es noch einen anderen Ort, wo Sparpotenzial vorhanden sei: Bei der Forschung.

Dieses Gebiet der FHNW löste im Kanton Solothurn parteiübergreifend bereits Diskussionen aus. Mit Mathias Stricker sieht ein weiterer Solothurner SP-Politiker der Bildungskommission dort Handlungsbedarf. «Wir müssen aufpassen, dass die FHNW nicht zu stark wächst – auch bezüglich der Forschung», so Stricker.