Wohlen muss seine Wohnzone abspecken

Wohlen, die Zentrumsgemeinde im Freiamt, will seine Wohnzone um 14.5 Hektaren vergrössern. Die Aargauer Regierung ist damit einverstanden, die zuständige Kommission des Grossen Rats hingegen legt sich quer und streicht gut die Hälfte wieder aus dem Bauzonenplan.

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Bildlegende: Grossratskommission genehmigt Richtplananpassung in Wohlen nur mit Abstrichen. ag.ch

«Was zu viel ist, ist zu viel», sagte sich eine Mehrheit der Kommission UBV, Umwelt, Bau, Verkehr und Raumordnung. Von den insgesamt neun Teilgebieten, die Wohlen einzonen wollte, strich die Kommission deren drei wieder aus der Liste, gut die Hälfte der insgesamt 14,5 Hektaren, wie Kommissionspräsidentin Renate Gautschy auf Anfrage des Regionaljournals sagte.

In der Kommission unbestritten war die Zentrumsfunktion von Wohlen, die zu einem gewissen Wachstumsdruck führt. Wohlen soll alsi durchaus wachsen dürfen. Bestritten waren hingegen «die Dimension und der Bedarf» einzelner Teilstücke, oder anders gesagt: Diese fraglichen Teilstücke sind entweder zu gross oder gar unnötig.

Landreserven besser nutzen

Dass eine Grossratskommission dermassen mit dem Rotstift Einzonungen einer Gemeinde zusammenstreicht, ist zwar nicht neu, im Ausmass aber eher ungewöhnlich. «Stimmt», sagt Kommissionspräsidentin Renate Gautschy, «wir schauen seit gut 2 Jahren genauer hin, wenn es um Einzonungen geht.» Ziel sei es, die noch vorhandenen Landressourcen optimaler und nachhaltiger zu überbauen.

Gerade das Beispiel Galgenbuck in Baden-Dättwil zeigt, dass im Aargau weitere Grossüberbauungen vor der Tür stehen. Hier sind es 15 Hektaren, deren Einzonung der Grosse Rat noch bewilligen muss.

Allerdings dürften sich weitere Umzonungen in nächster Zeit ohnehin verzögern, «bis der Wechsel zum neuen Raumplanungsgsetz vollzogen ist, bis die Rechtssicherheit wieder gegeben ist», erklärt Renate Gautschy. Bis es so weit ist, müssten die Gemeinde nun warten.