Wohlen: Neue Asylunterkunft doch noch nicht fix?

Eine neue Unterkunft in einem Gasthaus wird eröffnet, eine bestehende Barackensiedlung geschlossen: Darauf haben sich die Gemeinde Wohlen und der Kanton Aargau geeinigt. 90 Personen werden in der neuen Unterkunft wohnen. Laut dem Besitzer des Gasthauses ist aber noch kein Vertrag unterzeichnet.

Schild vor dem Gemeindehaus Wohlen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gemeinde Wohlen und Kanton Aargau haben sich auf eine neue Unterkunft und die Schliessung einer bestehenden geeinigt. SRF

Der Kanton Aargau wird in den kommenden fünf Jahren im Gasthaus «Schönau» eine Asylunterkunft für bis zu 90 Personen betreiben. Dafür wird im kommenden Jahr eine Barackensiedlung geschlossen, in der 50 Asylsuchende leben.

Auf dieses Vorgehen einigten sich der Kantonale Sozialdienst und die Gemeinde Wohlen, wie das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Montag mitteilte. Für die neue Unterkunft im Gasthaus «Schönau» ist gemäss Kanton kein Umnutzungesuch notwendig. In der Unterkunft will der Kanton alleinreisende Männer einquartieren.

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Schönau-Wirt: «Noch nicht fix»

Schönau-Wirt und -Besitzer Christoph Weber kann sich den Aussagen des DGS nicht anschliessen. Er habe noch keinen Vertrag unterschrieben, mit dem er sein Gasthaus an den Kanton Aargau vermiete. Definitiv sei in dieser Sache noch nichts. Es gebe Interessenten, welche das Haus kaufen möchten.

Die Zivilschutzanlage der Kantonsschule Wohlen soll unverändert als Notunterkunft betreiben werden können. Die Anlage bietet Platz für 70 Personen und soll einzig in akuten Notsituationen genutzt werden.

Der Kantonale Sozialdienst führt in Wohlen derzeit drei Asylunterkünfte, in denen insgesamt 77 Personen leben. Die Freiämter Metropole betreut weitere 21 Personen. Es handelt sich um vorläufig aufgenommene Asylsuchende.

Aufnahmepflicht «mehr als erfüllt»

Der Kanton anerkennt nach eigenen Angaben, dass Wohlen als Zentrumsgemeinde bereits erhebliche Belastung solidarisch mitträgt. Die Gemeinde erfülle die Aufnahmepflicht von derzeit 50 Personen zwar nicht ganz. Weil aber die in den kantonalen Unterkünften untergebrachten Personen der Aufnahmequote angerechnet würden, übertreffe die Gemeinde das Soll deutlich.

Der Kanton und Wohlen einigten sich auch darauf, dass man sich erneut bespricht, falls aus der Gemeinde dem Kanton weitere Mietobjekte für Asylunterkünfte angeboten werden. Es gehe darum, «verträgliche Lösungen zu finden», hält das DGS fest.