Wohlen: Parkplätze kosten nun auch im Wohnquartier

Flächendeckende Parkgebühren sind in Wohlen ein emotionales Thema. Vor acht Jahren hatte das Stimmvolk neue Gebühren abgelehnt. Doch nun hat das Gemeindeparlament eine Lösung verabschiedet, welche allgemeine akzeptiert wird.

Auto auf Quartierstrasse in Wohlen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In den Quartieren von Wohlen kann man noch gratis parkieren. Allerdings nicht mehr 24 Stunden lang, sondern nur noch 3. Mario Gutknecht/SRF

Bisher müssen Autofahrer im Zentrum von Wohlen Parkgebühren bezahlen – und zwar per Parkuhren. In den Wohnquartieren des Freiämter Zentrums sind die Parkplätze dagegen gratis. Doch dies ändert sich nun.

Das Gemeindeparlament hat sich am Montagabend für flächendeckende Parkgebühren ausgesprochen. Wer in den Wohngebieten den ganzen Tag parkieren will, muss eine Tages-, Monats- oder Jahreskarte kaufen. Eine Jahreskarte kostet dabei 600 Franken, erklärt der zuständige Gemeinderat Arsène Perroud gegenüber Radio SRF. Gemäss dem neuen Reglement könnte der Preis jedoch auf bis zu 1200 Franken steigen.

Zu hohe Gebühren?

Dies wurde im Rat denn auch umgehend kritisiert. Harry Lütolf von der CVP bezeichnete den Preis als zu hoch. So seien die Jahreskarten in vielen Gemeinden wie Aarau, Brugg, Baden oder auch Bremgarten und Muri deutlich günstiger. Perroud wiederum konterte, dass es durchaus auch Gemeinden gäbe, welche deutlich mehr verlangten, wie etwa Rheinfelden oder auch Zofingen.

Letztlich waren es Details, welche zu reden gaben. Die eigentliche Stossrichtung war völlig unumstritten. Von der SP bis hin zur SVP war man sich einig, dass es flächendeckende Parkgebühren braucht. Nur so könne das Parkchaos in den Quartieren gelöst werden.

Vor acht Jahren war die Situation noch anders. Ein grosser Teil der bürgerlichen Politiker im Parlament lehnte die Parkgebühren ab. Das Stimmvolk legte ein Nein in die Urne. Deshalb entstand in den letzten Jahren auch eine seltsame Situation.

Parkgebühren waren anfechtbar

Der Gemeinderat hat von sich aus ein Parkierungskonzept ausgearbeitet. Dieses sah auch Parkgebühren vor. Allerdings darf nur das Parlament Gebühren festlegen. Insofern wären diese rechtlich anfechtbar gewesen, schreibt der Gemeinderat.

Mit dem Entscheid von Montagabend hat sich dies nun geändert. Das Wohler Gemeindeparlament hat die Gebühren abgesegnet. Zwar kann dagegen noch das Referendum ergriffen werden. Allerdings lässt die einstimmige Debatte vermuten, dass es nicht dazu kommt. Die Parkgebühren in den Wohnquartieren würden damit per Anfang 2017 Realität.