Wohler Gasthaus wird doch keine Asylunterkunft

Der Kanton Aargau hat sich zu früh gefreut: Der Gasthof Schönau wird nun doch keine Asylunterkunft. Der Besitzer hat dies bereits angetönt: Er wolle lieber verkaufen als an den Kanton vermieten. Das Sozialdepartement wollte eine Unterkunft für 90 alleinreisende, männliche Asylsuchende einrichten.

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Bildlegende: Doch nicht so willkommen: In der Wohler «Schönau» werden keine Asylsuchenden einquartiert. SRF

Der Deal zwischen der Gemeinde und dem Kanton ist geplatzt: Die «Schönau» soll ein Gasthaus bleiben und nicht zur Asylunterkunft umfunktioniert werden. Der Besitzer will den Betrieb verkaufen, und ihn nicht an den Kanton vermieten. Der Wohler Vizeammann bestätigt auf Anfrage eine entsprechende Meldung der «Aargauer Zeitung».

Das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) hatte am Montag mitgeteilt, man habe sich mit der Gemeinde Wohlen geeinigt, im Gasthaus eine Asylunterkunft einzurichten. Maximal sollten dort 90 männliche Asylsuchende einquartiert werden. Im Gegenzug wolle man eine Barackensiedlung mit 50 Plätzen schliessen. Laut Auskunft des DGS zu Wochenbeginn stand einer Unterzeichnung des Mietvertrags nichts mehr im Weg.

Der Besitzer der «Schönau» merkte gegenüber Radio SRF allerdings bereits am Montag an, der Vertragsabschluss sei alles andere als sicher. Er habe Interessenten, welche den Betrieb kaufen möchten. Und das sei für ihn voraussichtlich attraktiver.

Balz Bruder, Sprecher des DGS, betont auf Anfrage, der Kanton Aargau sei für eine Asylunterkunft nicht auf die Gemeinde Wohlen fixiert. Es würden nun sämtliche weiteren Optionen geprüft.