Zentrumsfunktion führt zu hohen Sozialkosten in Olten

Die Stadt OIten soll bei der Sozialhilfe den Fokus vor allem auf die jungen Erwachsenen und die Alleinerziehenden legen. Das schlägt eine Berner Studie vor, die untersucht hat, warum die Sozialhilfequote in Olten am höchsten ist und was dagegen zu unternehmen ist.

Verschiedene Faktoren sorgen dafür, dass der Anteil an Sozialhilfebezügern in Olten deutlich höher ist als in allen anderen Gemeinden des Kantons Solothurn. Gemäss der Studie des Berner Büros «Bass» sind dies vor allem die Bevölkerungsstruktur mit einem relativ hohen Anteil an Ausländern, der im Vergleich zu anderen Regionen hohe Anteil an Stellensuchenden und nicht zuletzt die ausgeprägte Zentrumsfunktion, welche die Stadt Olten einnimmt.

Bei Jungen und Alleinerziehende ansetzen

Ein Mann läuft durch die Unterführung Winkel in Olten Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Zentrumsfunktion führt dazu, dass in Olten viele Sozialhilfebezüger leben, zeigt eine Studie. SRF

Städte mit Zentrumsfunktion würden generell mehr Sozialhilfebezüger anziehen, sagt Studienverfasserin Melania Rudin gegenüber der Mittagsausgabe des Regionaljournals Aargau Solothurn. Dies, weil in Städten «die Anonymität grösser ist». Diese Erkenntnis gelte für die ganze Schweiz. Anders gesagt: In kleineren Gemeinden haben Leute aufgrund der geringeren Anonymität mehr Hemmungen, Sozialhilfe zu beantragen.

Melania Rudin empfiehlt der Stadt Olten, sich bei den Massnahmen auf zwei Bevölkerungsgruppen zu konzentrieren: zum einen auf junge Erwachsene, die zwischen 18 und 25 Jahre alt sind, zum anderen auf die Alleinerziehenden. «Junge Erwachsene haben in Olten eine deutlich höhere Sozialhilfequote als in den anderen Sozialregionen des Kantons», schreiben die Studienverfasser. Für diese Gruppe schlägt Melania Rudin «differenzierte Integrationsprogramme» seitens der Stadt vor.

Auch bei den Alleinerziehenden sei die Quote in Olten «auffällig hoch», so Rudin weiter. Ihr Rezept: mehr Tagesbetreuungsplätze für Kinder. Überhaupt empfiehlt die Studie der Stadt, alles zu unternehmen, dass Kinder in Olten «gute Startchancen» erhalten, um so zu verhindern, dass sie später nicht den gleichen Armutsrisiken ausgesetzt sind, wie ihre Eltern. «Dem Ziel, dass möglichst alle Jugendlichen einen nachobligatorischen Bildungsabschluss erlangen, muss von allen Akteuren eine hohe Priorität zugeschrieben werden», heisst es wörtlich in der Studie.

Stadt will mehr Druck aufbauen

Die Stadtregierung von Olten hat den Bericht zur Kenntnis genommen. Stadtrat Peter Schafer will nun bei den jungen Erwachsenen den Hebel ansetzen. «Wir werden nicht darum herumkommen, den Druck auf diese Leute zu erhöhen», sagte er auf Anfrage des Regionaljournals. Seine Strategie ist die von Zuckerbrot und Peitsche. Er wolle die Zahlungen an diese Arbeitslosen auf ein Minimum reduzieren und sie gleichzeitig mit Anreizen ermutigen, sich so schnell wie möglich wieder eine Arbeit zu suchen, betonte Schafer.

Zuerst kommt der Bericht nun noch ins Oltner Gemeindeparlament, das ihn Ende November diskutieren wird. Allerdings muss das Parlament den Bericht nicht gutheissen, sondern nur zur Kenntnis nehmen.