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Zerstörung von Biberdämmen Biber atmet auf: Dauerbewilligung war rechtswidrig

  • Der Kanton Solothurn akzeptiert das Urteil des Solothurner Verwaltungsgerichts gegen die von ihm erteilte Bewilligung zur Entfernung von Biberdämmen.
  • Die Abteilung Jagd und Fischerei des Kantons Solothurn hatte eine Dauerbewilligung für die Entfernung von Biberdämmen beim Mülibach in Brügglen (Gemeinde Buchegg) erteilt.
  • Gegen diese Dauerbewilligung haben Pro Natura, WWF und Birdlife Beschwerde erhoben.
  • Das Verwaltungsgericht Solothurn hat die Beschwerden der Umweltverbände teilweise gutgeheissen, die Dauerbewilligung war rechtswidrig.
Ein Biber
Legende: Der Biber breitet sich im Kanton Solothurn aus, sagt Marcel Tschan von der kantonalen Abteilung Jagd und Fischerei. Keystone

Das Verwaltungsgericht Solothurn hat entschieden, dass dauerhafte Bewilligungen für die Entfernung von Biberdämmen nur dann erteilt werden dürfen, wenn erhebliche Schäden drohen. Eine Dauerbewilligung sei also beim Mülibach in Brügglen nicht verhältnismässig.

Pro Natura, WWF und Birdlife sprachen vor einem Monat von einem «wegweisenden» Urteil des Solothurner Verwaltungsgerichts. Peter Lakerveld von Pro Natura Solothurn sagte gegenüber SRF: «Es ist das erste Mal, dass sich ein Verwaltungsgericht in der Schweiz mit dem Thema befasst hat. Das Urteil hat Signalwirkung zum Schutz des Bibers und seinen Bauten.»

Biber ist bereits weg

Übrigens: den umstrittenen Biberdamm im Mülibach gibt es nicht mehr. Ein Hochwasser hatte den Damm mitgerissen, sagte Marcel Tschan, Chef der Abteilung Jagd und Fischerei. Nun hat sich der Biber weiter bachabwärts eingerichtet und dort einen neuen Damm gebaut.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Was hat die Gesellschaft davon, dass solche Biberdämme, die dermassen Schaden anrichten, erhalten bleiben sollen? Sind die Schäden an den Bäumen entlang der Flüsse nicht genügend hoch? Wenn diese Bäume weg sind, wie an der Aare oberhalb des Wohlensees, werden die Ufer nicht mehr halten. Also weitere Kosten, die entstehen.
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    1. Antwort von David Gerke (David Gerke)
      Vom Biber gefällte Bäume sind kein Schaden, sondern Teil der Natur. Der Mensch tut beim Unterhalt Ufervegetation ja exakt das selbe: Er fällt Bäume - und imitiert somit den Biber. Wenn Biber Bäume fällen, fördert dies den Jungwuchs von neuen Bäumen, womit die Uferstabilität sogar verbessert wird. Nur alte Bäume, wie dies ohne Biber der Fall wäre, dienen dem Uferschutz nicht. Biberdämme ihrerseits sind wichtige Lebensraumelemente und dienen etwa dem Fisch- und Vogelbestand in und am Gewässer.
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