Zwei politische Pole in Bern: Walter Wobmann und Cédric Wermuth

Sie sind sich inhaltlich eigentlich nie einig: Nationalrat Walter Wobmann (SVP, SO) und Nationalrat Cédric Wermuth (SP, AG). Die linken und rechten Pole haben in der aktuellen Session viel zu streiten. Wobmann und Wermuth streiten sich gerne.

Nächste Woche diskutiert der Nationalrat unter anderem die Revision des Asylgesetzes. Walter Wobmann von der SVP betont, man habe in der Schweiz grundsätzlich zu viele Asylsuchende, «wir müssen hier einen Riegel schieben und nur noch Nothilfe bezahlen».

«Asylsuchende sind keine Verbrecher»

Cédric Wermuth im Nationalratssaal Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Badener Cédric Wermuth politisiert selbst innerhalb der SP am linken Rand. Keystone

Cédric Wermuth kontert, es seien gar nicht so viele Asylsuchende in der Schweiz, wie es die SVP immer darstellen wolle. «Anfang der 90er Jahre hatten wir über 100'000 Asylsuchende hier und haben es gut gemeistert», sagt der SP-Mann.

Auch beim Umgang mit den Asylsuchenden gehen die Meinungen weit auseinander. «Wir brauchen grosse Bundeszentren für die Asylsuchenden. Wir sollten sie nicht auf Kantone und Gemeinden verteilen, dann gäbe es auch nicht so viel Streit um die Standorte», meint der SVP-Vertreter.

«Schuld an der schwierigen Suche nach Asylzentren in den Kantonen ist die SVP, da sie alles blockiert», wirft der SP-Vertreter seinem Gegner vor. «Asylsuchende sind keine Verbrecher und verdienen ein würdiges Leben, auch während sie in der Schweiz sind».

Volkswahl des Bundesrates: Ja, aber wie?

Walter Wobmann bei einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Solothurner SVP-Präsident Walter Wobmann hat sich als «Vater des Minarett-Verbots» national einen Namen gemacht. Keystone

Auf den ersten Blick einig sind sich die beiden politischen Polvertreter bei der Frage, ob das Volk den Bundesrat wählen darf. «Ja», sagen Walter Wobmann und Cédric Wermuth unisono. Doch SP-Nationalrat Wermuth schränkt sofort ein: Eine Volkswahl sei nur dann möglich, wenn die Wahlkampf-Finanzierung transparenter werde.

«Ich habe im Bundeshaus schon einige Wahlkämpfe erlebt», sagt Walter Wobmann darauf, «aber das Geld war nie entscheidend». Wermuth kontert: «Wenn es keine Rolle spielt, warum ist es denn ein Problem zu sagen, woher wie viel Geld kommt?»

«Wir können schon ein Bier zusammen trinken»

In der Sache hart - im persönlichen Umgang aber durchaus kollegial. So präsentieren sich die beiden Kontrahenten im Gespräch mit dem «Regionaljournal» von Radio SRF 1. Man könne durchaus auch mal ein Bier trinken nach der Session.

Auch bei Fussballspielen des FC Nationalrat kämen Vertreter aller Parteien zusammen, ohne dass man sich dabei «aufs Dach gebe». Die Diskussion im Regionaljournal zeigt allerdings klar: Inhaltlich finden sich Wobmann und Wermuth nicht. Da dürfte auch mehr als ein Bier nichts daran ändern.