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Abstimmung Liedertswil gibt der Gemeindepräsidentin einen Korb

Die Bürgergemeindeversammlung lehnt es ab, Sonja Gschwind zur Ehrenbürgerin zu machen. Die Begründung: Andere Liedertswiler hätten diese Auszeichnung mindestens so verdient.

Legende: Audio Gemeindepräsidentin soll nicht Ehrenbürgerin sein abspielen. Laufzeit 03:30 Minuten.
03:30 min, aus Regionaljournal Basel Baselland vom 06.12.2018.

Liedertswil oder Tschoppenhof, wie die Einheimischen sagen, ist mit 161 Einwohnern die zweitkleinste Gemeinde im Baselbiet. Weil das Dorf so klein ist, wird Ende Jahr die Bürgergemeinde aufgelöst und mit der Einwohnergemeinde zusammengelegt.

Am Mittwoch fand die letzte Bürgergemeindeversammlung statt. Eine schöne Gelegenheit, erstmals jemanden zum Ehrenbürger oder zur Ehrenbürgerin zu machen, fand Lorenz Degen, Bürger von Liedertswil - und er stellte für die Bürgergemeindeversammlung einen entsprechenden Antrag.

Seit 12 Jahren Gemeindepräsidentin

Lorenz Degen schlug vor, die langjährige Gemeindepräsidentin Sonja Gschwind zur Ehrenbürgerin zu machen. Dafür gebe es gute Gründe: «Sie übt das Amt seit 12 Jahren tadellos aus und sie engagiert sich sehr stark für die Gemeinde.»

Doch es kam anders. Die Bürgergemeindeversammlung beschloss, auf den Antrag nicht einzutreten. Zwölf Bürger waren an der Versammlung, sechs stimmten gegen die Ehrenbürgerschaft von Sonja Gschwind, drei Bürger enthielten sich.

Lorenz Degen bedauert diesen Entscheid: «Ich bin sehr enttäuscht und traurig. Ich bin traurig, dass man Sonja Gschwind zurückweist. Das ist ein unwürdiges Ende für die Bürgergemeinde Tschoppenhof.»

Ich bin sehr enttäuscht und traurig, dass Sonja Gschwind nicht zur Ehrenbürgerin gewählt wurde.
Autor: Lorenz DegenHistoriker und Bürger von Liedertswil

Stellt sich die Frage: Was war der Grund für das Nein der Bürgergemeindeversammlung. Die Antwort liefert der Wortführer des Nein-Lagers, SVP-Kantonsparlamentarier Michel Degen. «Wir haben noch nie jemanden zum Ehrenbürger ernannt - und jetzt, kurz vor der Auflösung, einer Person diese Ehre zukommen zu lassen, wäre nicht gerecht gewesen gegenüber jenen, die sich in der Vergangenheit für unser Dorf engagiert haben.»

Das Hauptargument ist also: Andere Leute in Liedertswil hätten es ebenso verdient, zum Ehrenbürger erklärt zu werden wie die amtierende Gemeindepräsidentin. Michel Degen betont: «Mir ist es wichtig zu sagen, dass der Entscheid nicht gegen unsere Gemeindepräsidentin gerichtet war.»

Wir haben noch nie jemanden zum Ehrenbürger ernannt. Das jetzt zu ändern, wäre nicht gerecht gewesen.
Autor: Michel DegenSVP-Landrat und Bürger von Liedertswil

Sicher ist aber: Die Bürgergemeindeversammlung hinterlässt Spuren. «Es ist eine schwierige Situation für alle Beteiligten», gibt Michel Degen zu. Schwierig ist es vor allem für Gemeindepräsidentin Sonja Gschwind. Sie will sich öffentlich nicht zur Geschichte äussern. Besucher der Versammlung sagen aber, das Nein zu ihrer Ehrenbürgeschaft habe sie getroffen.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
    Also wenn die letzte Aussage stimmt...; "das Nein zu ihrer Ehrenbürgerschaft habe sie getroffen" dann geht daraus hervor, dass diese eine reine Persönlichkeitsstimmung ist! Als Gemeindepräsidentin steht man aber im Dienst als Mit-Menschen und da gehört das Abstimmungsresultat "als neutrale Energie" anzunehmen... Obwohl ich die Detail nichts kenne, finde ich diesen Entscheid richtig und gut...
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