Alt gegen jung: FDP-Frauen sind uneins bei der Frauenförderung

Der Basler Grosse Rat hat kürzlich eine Frauenqoute für Verwaltungsräte staatsnaher Betriebe gutgeheissen. Dass die bürgerlichen Jungparteien, darunter auch die Jungfreisinnigen, das Referendum gegen diesen Entscheid ergreifen, bedauern die Basler FDP Frauen.

Frauenbeine unter Herrenbeine im Anzug Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Frauen in Führungspositionen sind nach wie vor in der Minderheit. Keystone

Die FDP-Fraktion im Grossen Rat besteht ausschliesslich aus Männern. Umso grösser war der Erfolg für die FDP-Frauen, als der Grosse Rat mit Hilfe der FDP-Fraktion Mitte September eine Geschlechterquote für Verwaltungsräte staatsnaher Betriebe zugestimmt hat.

Dass junge Politikerinnen, darunter an vordester Front solche der FDP, das Referendum gegen diesen Entscheid ergreifen, nehmen FDP-Frauen nur zähneknirschend zur Kenntnis. Das sei «schade für das Thema», sagte Daniela Hintermann, Präsidentin der FDP-Frauen Basel-Stadt am Freitag gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF.

Da die Jungfreisinnigen eine eigenständige Sektion seien, könne sie jedoch keinen Einfluss auf deren Entscheidungen nehmen. Erklären kann sich die Freisinnige die Haltung ihrer jüngeren Parteikolleginnen vor allem mit deren fehlender Erfahrung im Geschäftsleben.

«  Als ich jung war, dachte ich auch so »

Nadine Gautschi

Auch Nadine Gautschi, die kürzlich für die FDP in den Verwaltungsrat der BVB gewählt wurde, ist nicht erfreut über das Referendum gegen die Frauenquote der eigenen Jungpartei. Allerdings zeigt sie auch Verständnis dafür. «Als ich jung war, dachte ich auch, ich könne mich ohne Schwierigkeiten in Gremien wählen lassen», sagt Gautschi. «Doch das ändert sich, wenn man dann älter wird, einen Karriereknick erlebt und Kinder hat.» Mittlerweile sei sie für eine Frauenquote, auch wenn ihr Quoten eigentlich nicht sympathisch seien.