1. Mai Angriff auf den Kampftag

Den «Tag der Arbeit» begehen linke Parteien, Gewerkschaften und Ausländerorganisationen in Basel jedes Jahr. Teil des Demonstrationszuges ist jeweils auch ein revolutionäres Bündnis, der sogenannte schwarze Block. Nun fordern Bürgerliche, den Feiertag zu einem normalen Arbeitstag zu machen.

Leute unter Regenschirmen marschieren hinter einem Transparent mit der Aufschrift "Gemeinsam kämpfen für eine starke AHV", allerdings mit einem Schreibfehler. "Strake" statt "starke" steht drauf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Trotz Schreibfehler demonstrierten am 1. Mai 2016 um die 1000 Personen. Unter ihnen auch Leute vom Schwarzen Block. Keystone

Der «Tag der Arbeit» wird in Basel traditionell mit einem Demonstrationszug durch die Stadt, einer Kundgebung vor dem Rathaus und einem darauf folgenden Fest auf dem Barfüsserplatz gefeiert. Gewalttätige Ausschreitungen, wie man sie beispielsweise von Zürich kennt, gibt es in Basel nicht.

Dieses Jahr könnte dies aber anders sein, befürchtet Patrick Huber, Präsident der Jungen CVP Basel-Stadt. «Im Vorfeld hat der schwarze Block angekündigt, an der Spitze des Umzuges marschieren zu wollen. Deshalb befürchte ich dieses Jahr Ausschreitungen.» Huber redet von einem möglichen Höhepunkt, davon, dass heuer revolutionäre Demonstrantinnen und Demonstranten aus andern Städten nach Basel reisen könnten. «Kommt es dieses Jahr zu Gewalt, fordern wir, dass der 1. Mai künftig ein normaler Arbeitstag wird.» Anstelle des freien 1. Mai könnte man einen andern Feiertag definieren, beispielsweise den 2. Januar.

Landrat befasste sich bereits damit

Mit der Abschaffung des 1. Mai als Feiertag befasste sich bereits Landrat Balz Stückelberger (FDP). Im November fragte er in einer Debatte, ab es tatsächlich so sei, dass sich die Landrätinnen und Landräte auf den 1. Mai freuen, ähnlich wie auf Weihnachten. Stückelberger drang damals mit seiner Forderung nach der Abschaffung des Feiertages nicht durch. Jetzt kommt diese Forderung im Stadtkanton aufs Tapet.