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Armut in Basel Umstellung bei der Vergabe von Lebensmittelkarten

Neu verteilt die Sozialhilfe Basel-Stadt die Bezugskarten, die zuvor die Winterhilfe abgab. Das sorgt für Unmut.

Menschen packen Gemüse in Plastiksäcke.
Legende: Lebensmittelabgabe für Bedürftige in den beiden Basel. Matthias Käser

Armut wird in der Schweiz kaum wahrgenommen, auch in der Region Basel nicht. Ein Angebot, das Leuten mit knappem Budget Unterstützung bietet, ist die Abgabe von Lebensmitteln. Der wichtigste Anbieter in den beiden Basel ist der Verein «Tischlein deck dich», der Lebensmittelspenden von Detailhändlern und Betrieben erhält. Die Lebensmittel können Bedürftige an eine der sechs Abgabestellen in der Region abholen, wenn sie im Besitz einer speziellen Bezugskarte sind.

Diese Lebensmittelkarten verteilt «Tischlein deck dich» nicht selber, sondern verschiedene Sozialfachstellen wie etwa das Rote Kreuz, Caritas oder Kirchgemeinden. Diese erhalten Karten zugeteilt, die sie dann nach eigenen Kriterien verteilen. Insgesamt hat «Tischlein deck dich» genug Lebensmittelspenden für rund 500 Parteien.

Grossandrang auf Lebensmittelkarten

Lange verteilte die Winterhilfe - eine enge Partnerorganisation von «Tischlein deck dich» - 125 Bezugskarten. Doch wegen der grossen Nachfrage konnte man sich irgendwann nicht mehr ausreichend auf die Kernaufgaben der Hilfsorganisation fokussieren, sagt Gabi Mächler, Geschäftsführerin der Winterhilfe Basel. «Die Menschen standen Schlange bis auf die Strasse».

Neue Kriterien

Deshalb beschloss die Winterhilfe ihr Kontingent an die Sozialhilfe Basel-Stadt abzugeben. Das haben viele Menschen zu spüren bekommen, denn die Sozialhilfe vergibt die Bezugskarten nach zum Teil anderen Kriterien als die Winterhilfe. «Es gibt einfach viel mehr Menschen, die gerne eine Karte hätten, als Tischlein deck dich bieten kann», fasst Mächler das Problem zusammen. Der Wechsel zur Sozialhilfe bedeutet, dass jetzt andere zum Zug kommen, als davor. Konkret: Familien mit Kindern.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Was für eine Schande für die reiche Schweiz. Sind wir auch schon so weit wie in Deutschland wo Tausende an der Tafel anstehen? Tiefer kann man nicht fallen. Während die Reichen immer reicher werden, trifft es Ärmere immer härter. Steuergeschenke an Reiche, Rentner mit EL werden durch anfallende Steuern immer mehr belastet. Der Staat gibt und holt es sich wieder.
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Vielleicht ist die Altersarmut in der Schweiz nicht auf den ersten Blick sichtbar. Aber es ist eine Tatsache, dass bei vielen RentnerInnen die fixen Lebenskosten wie Miete, KK und Steuern einen grossen Teil des Einkommens auffressen.Deshalb minimieren sie ihre persönlichen Ansprüche.Aus Scham erfolgt ein Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben und sie verzichten auf viele Aktivitäten. Vielen wäre schon geholfen, wenn ihnen die Steuern erlassen würde. Altersarmut in Schweiz, was für eine Schande
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Es ist ein Skandal das so was in der Schweiz nötig ist! Es wäre noch viel schlimmer wenn nicht viele Rentner Auswandern würden. Da macht doch Frau Gössi so eine schlaue Bemerkung, man sollte doch den Ausländischen AHV Rentner die Rente kürzen auf den Lebensbedarf in dem jeweiligen Land! Populistisch sehr gut platziert, da dumme dabei ist nur, dann kommen viele wieder zurück oder gehen gar nicht, was die EL sehr belasten würde und somit die Sozialausgaben enorm steigern würde.
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