Auf BKB kommen nun doch Klagen im ASE-Fall zu

Zwei Kunden der mutmasslich betrügerischen ASE-Investment gehen nun vor Gericht gegen die Basler Kantonalbank. Damit hält eine der «Altlasten», die für die BKB das Jahr 2013 zu einem «schwierigen» Geschäftsjahr machten, die Bank weiter im Gespräch.

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Bildlegende: Guy Lachappelle blickt dennoch optimistisch in die Zukunft der BKB. Keystone

Die beiden Kunden, die ein Sühneverfahren führen, das von einem Gericht entschieden wird, gehören zu den rund 800 Geschädigten, die bei der mutmasslich betrügerischen ASE-Investment als Anleger Geld verloren. Die BKB, die als Depotbank für die ASE fungierte, bot den Geschädigten einen Vergleich. Den gingen bisher rund 90 Prozent der Anleger ein.

Damit bestehe im ASE-Fall kein grosses Risiko mehr, betont Direktionspräsident Guy Lachappelle im «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Allerdings bleibt damit der Fall ASE noch länger in der Diskussion, was für die Reputation der BKB weniger günstig ist, weil sie dabei ist, den ASE-Fall und andere Altlasten abzubauen.

Diese Altlasten früherer Jahre schlugen sich im Ergebnis 2013 nieder. Der Bruttogewinn des Stammhauses betrug 168,4 Millionen Fr. und liegt gut ein Drittel unter dem Vorjahreswert. Der Konzerngewinn ging gar um über die Hälfte zurück.

Grund für den Gewinneinbruch sei insbesondere die Rückstellung von 109 Millionen Franken wegen des US-Steuerstreits, begründete die Führungsspitze der Basler Kantonalbank an der Medienkonferenz. «Dieser Betrag entspricht der aktuellen Einschätzung des Risikos. Ob er genügt, können wir aber nicht sagen», ergänzte Guy Lachappelle.

Aber auch Sonderbelastungen für die Pensionskasse und Buchverluste auf den eigenen BKB-Partizipationsscheinen haben das Ergebnis stark beeinträchtigt. Weniger zu Buche schlug das Aufarbeiten des Betrugsfalles der ASE-Investment. Bisher akzeptierten 90 Prozent der geschädigten Kunden den Vergleichsvorschlag der BKB, die von zurückgestellten 50 Mio. Franken bisher 44 Mio. aufwendete.

Auch bei den Kundenvermögen ist die Jahresbilanz negativ. Die Umsetzung der Weissgeldstrategie führte zu einem Vermögensabfluss von 0,8 Milliarden Franken. Die BKB geht davon aus, dass auch im laufenden und im nächsten Jahr Vermögen abfliessen wird.

Geringere Gewinnablieferung

Die Kantonalbank liefert auch dem Kanton Basel-Stadt einen geringeren Gewinn ab als 2012, nämlich 63 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es noch 77 Millionen gewesen.

Optimistischer CEO

Für das laufende Geschäftsjahr 2014 erwartet die BKB wieder ein «besseres Ergebnis als im Vorjahr». CEO Guy Lachappelle zeigt sich überzeugt, mit der Umsetzung der neuen Konzernstrategie die «erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung der BKB» sicherstellen zu können. Er sei zuversichtlich, dass die Bank bis Ende 2015 die Reputation sowie auch die Erträge wieder verbessern könne.