Auf den Spuren der reichen Nonnen vom Kleinbasler Rheinufer

Im Jahr 1274 errichtete der Dominikanerorden das Nonnenkloster «Kleines Klingental». Bis zur Reformation haben die Dominikaner und Dominikanerinnen das kulturelle und geistige Leben in Basel mitgeprägt. Eine Ausstellung blickt zurück auf 800 Jahre Dominikanerorden in Basel.

Eigentlich verschreibt sich der Dominikanerorden der Armut. Doch das Basler Nonnenkloster am Kleinbasler Rheinufer war geradezu luxuriös ausgestattet. Noch heute legt die aufwändig gestaltete Holzdecke im Refektorium Zeugnis ab vom Reichtum des Ordens. Die Ordens-Schwestern waren zudem in der Lage, sich ausserhalb des Klosters für spirituelle und soziale Anliegen zu engagieren.

«Das Kleine Klingental war ein vergleichsweise wohlhabendes Kloster», erklärt Museumsdirektor Gian Casper Bott. «Geld hatte der Orden, weil viele Nonnen aus reichen Basler Familien stammten.» Sie wollten nicht heiraten oder fühlten sich zum Orden berufen, deshalb brachten sie ihre ganze Mitgift ins Kloster.

Die Ordens-Schwestern engagierten sich auch ausserhalb der Klostermauern. Sie waren im Spital und im Gefängnis aktiv. Im Kloster wurden antike Texte übersetzt und der Orden hatte grossen Einfluss auf das Basler Bildungswesen. «Es ist sicher nicht übertrieben zu sagen, dass die Dominikaner Basels humanistische Tradition prägten», sagt Gian Casper Bott.

Während des ganzen Jahres widmet sich das Museum im Kleinen Klingental der 800 jährigen Geschichte des Dominikanerordens. Höhepunkt ist im Juni ein Mittelalter-Wochenende.