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Von Nietzsche stammen einprägsame, oft missverstandene Sätze
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 15.10.2019.
abspielen. Laufzeit 05:35 Minuten.
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Ausstellung Der Übermensch Nietzsche

Das Historische Museum Basel widmet dem Philosophen Nietzsche eine Ausstellung, der vor 150 Jahren in Basel lehrte.

Friedrich Nietzsche ist vor 175 Jahren geboren und dieses Jahr ist es 150 Jahre her, dass der Philosoph an die Universität Basel berufen wurde. Das Historische Museum nimmt diese Jubiläen zum Anlass, das bewegte Leben und Schaffen des radikalen Denkers in einer Ausstellung zu zeigen.

Leben, Werk, Bedeutung

Die Sonderausstellung in der Barfüsserkirche gliedert sich in drei Bereiche: Zunächst wird Nietzsches Lebenslauf thematisiert, in dem die Basler Zeit einen wichtigen Platz einnimmt. Im zweiten Teil geht es um Nietzsches Werk und die wichtigsten Konzepte und Ideen darin. Und schliesslich zeigt die Ausstellung auf, welchen Einfluss die Schriften des Philosophen hatten.

Mit seinem Satz «Gott ist tot» habe Friedrich Nietzsche ausdrücken wollen, dass nur wer sich von gesellschaftlichen und kirchlichen Zwängen befreit, zu sich selber findet. Dies sagt Benjamin Mortzfeld, Kurator der Nietzsche-Ausstellung im Historischen Museum. Um es aber dorthin zu schaffen, müsse man sich von Gott und den Moralvorstellungen der Kirche trennen. Daher eben der Satz «Gott ist tot». Nietzsche gab Leuten, die sich von all den Zwängen befreiten, den Namen «Übermenschen».

Flächendeckender Missbrauch von Nietzsche

Das führte dazu, dass Nietzsche auch heute noch unter Verdacht steht, Übermenschen im Sinne der Nazis gewollt zu haben. Die aktuelle Forschung stützt das aber nicht.

Wie sehr Nietzsches einprägsame Sätze auch in der Filmwelt verwendet werden und wurden, zeigt der letzte Teil der Ausstellung. Dort kann man die entsprechenden Filmausschnitte sehen - und feststellen, in welch absurdem Kontext sie teilweise verwendet werden und wurden.

Nietzsche der Frauenfeind

Auch sein Satz «Gehst Du zum Weibe, nimm die Peitsche», habe er nie als Anleitung für Männer auf Damenbesuch gemeint, sagt Kurator Benjamin Mortzfeld. Vielmehr sagte eine Figur in seinem berühmten Buch «Und also sprach Zarathustra» diesen Satz.

Auch der Satz «Das Weib war der zweite Fehlgriff Gottes» diene wenig als Beweis für sein gespanntes Verhältnis zu Frauen. Hier meinte er, dass die Erschaffung der Welt und Adams durch Gott ein Fehler war, ergo die Erschaffung der Frau als zweites menschliches Wesen ebenfalls ein Fehler sein musste.

In seinen Schriften und Werken finden sich hingegen Betrachtungen zu Liebe, Ehe und Frauen, die zeigen, dass er hier - im Gegensatz zu vielem andern - kein Vordenker war, sondern mit der Masse schwamm, die vor 150 Jahren die Frau als Mensch zweiten Grades betrachtete.

Die Ausstellung «Übermensch - Friedrich Nietzsche und die Folgen» im Historischen Museum Basel läuft vom 16. Oktober 2019 bis zum 22. März 2020.

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