Basel Tattoo: Anwohner ziehen Rekurs zurück, der nächste folgt

Zu viel, zu lange, zu laut. Die Anwohner der Kaserne fühlen sich vom Basel Tattoo seit Jahren gestört, regelmässig legen sie gegen die Veranstaltung Rekurs ein. Dabei vergleichen sie das Militärmusikfestival gerne mit einer Militärbesetzung. Der nächste Rekurs ist in der Pipeline.

Blick auf eine farbige Formation am Basel Tattoo. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Viel Freude aber auch viel Ärger gibt es jedes Jahr rund um das Basel Tattoo. z.V.g. Basel Tattoo

Es sei «höherer Humbug», wenn die Veranstalter des Basel Tattoo behaupteten, sie hätten schon mehrmals mit den Anwohnern an einem Tisch über die Probleme gesprochen. Thomas Mächler wehrt sich seit Jahren gegen das Basel Tattoo, mit dem Komitee «Heb Sorg zum Glaibasel» legte er schon mehrmals Rekurs ein. An einem Tisch mit den Veranstaltern sass er aber, nach eigenen Angaben, noch nie. Dabei sei gar nicht die Veranstaltung an sich das Problem. «Nach der Veranstaltung gibt es immer wieder betrunkene Gäste die stören, manchmal wird sogar noch bis um 2.00 Uhr morgens Musik gemacht. Das ist eine Überbelastung für die Anwohner.»

Beim Basel Tattoo kennt man die Sorgen der Anwohner. Allerdings ist man hier der Meinung, dass genug Rücksicht genommen werde. «Dieses Jahr haben wir zum Beispiel die Öffnungszeiten der Festzelte angepasst. Die Anwohner sehen das aber nicht als Verbesserung», sagt Erik Julliard, Produzent des Basel Tattoo. Er sehe eine Verhärtung der Fronten, darum sei es schwierig, Kompromisse zu finden.

«  Das Tattoo führt sich im Quartier nicht wie ein Gast auf, sondern wie eine militärische Besatzungsmacht »

Thomas Mächler
Komitee Heb Sorg zum Glaibasel

Bei den Anwohnern ist man nach wie vor der Meinung, vom Basel Tattoo nicht gehört zu werden. Thomas Mächler spricht gar von einer Okkupation: «Das Tattoo führt sich im Quartier nicht wie ein Gast auf, sondern wie eine militärische Besatzungsmacht.»

Auch die zwei zusätzlichen Abendveranstaltungen dieses Jahr findet das Komitee störend und überflüssig. Ein Kompromiss oder gar eine Lösung des Problems scheint im Kleinbasel also unwahrscheinlich. Man überlege sich bereits auch nächstes Jahr wieder gegen das Basel Tattoo zu rekurieren, heisst es.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)