Baselbiet droht grösster Prämienschub

Die Krankenkassen wollen die Prämien schweizweit im nächsten Jahr im Durchschnitt um 3.8 Prozent erhöhen. Am stärksten planen die Kassen ausgerechnet in den beiden Basel aufzuschlagen.

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Bildlegende: Hohe Spitalkosten: Krankenkassen-Prämien sollen in beiden Basel 2015 am stärksten steigen. Juri Weiss

Eine interne Liste des Bundesamtes für Gesundheit, die gestern der «Sonntagblick» veröffentlichte, zeigt, dass die Krankenkassen ihre Prämien 2015 im Durchschnitt um 3.8 Prozent erhöhen wollen. Besonders stark betroffen sind die beiden Basel: Im Baselbiet wollen die Krankenkassen die Prämien um 239 Franken pro Jahr erhöhen, in Basel-Stadt um 225 Franken. Das sind Spitzenwerte im gesamtschweizerischen Vergleich.

Für den Krankenkassen-Experten Felix Schneuwyl vom Internetvergleichsdienst Comparis kommt dieser Prämeinschub nicht überraschend. In Kantonen mit einem grossen Angebot an Spitälern und Spezialärzten würden auch die Gesundheitskosten am stärksten ansteigen.

Spitalkosten stark angestiegen

Die Spitalkosten bilden den grössten Kostenblock bei der Grundversicherung. Und seit 2012 die neue Spitalfinanzierung in Kraft trat mit dem neuen Tarifsystem, der Fallkostenpauschale, sind diese Kosten noch einmal stark angestiegen. Laut Santésuisse, dem Verband der Krankenkassen, um mehr als zehn Prozent.

Im Kanton Baselland weiss die Gesundheitsdirektion bis heute nicht, weshalb die Spitalkosten so stark angestiegen sind. Die Finanzkommission des Landrats verlangte deshalb, dass die Regierung einen externen Experten einsetzt. Zur Zeit sucht dieser nach Erklärungen. Die vertrauliche Liste des Bundesamtes für Gesundheit wollte die Gesundheitsdirektion auf Anfrage nicht kommentieren.

Voraussichtlich Ende Monat wird Bundesrat Alain Berset die definitiven Prämien für das nächste Jahr bekannt geben. Und erst dann wird klar, wie viel der gestiegenen Kosten die Krankenkassen in den beiden Basel tatsächlich auf ihre Versicherten überwälzen können.