Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro unter Druck

Schon seit längerer Zeit steht Baudirektorin Sabine Pegoraro (FDP) in der Kritik. Vor kurzem wurde sie auch vom Präsidenten des Bündnispartners SVP angegriffen. Er warf ihr Führungsprobleme vor. Pegoraro weist dies zurück. Es handle sich um eine Kampagne und an einen Rückritt denke sich nicht.

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Bildlegende: Will ihre Amtszeit bis 2019 weiterführen. Die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro ist unter Druck. Keystone

Die Worte des Präsidenten der Baselbieter SVP waren deutlich: «Da fehlt die leitende Hand», sagte Kämpfer während einer Landratsdebatte vor zwei Wochen. Auslöser war das Amtshaus Laufen, das nach dem Auszug der Bezirksschreiberei immer noch leer steht und der Kanton, der es nicht schafft, das Gebäude weiter zu vermieten. Interessant an der Debatte war nicht nur, dass der bürgerliche Partner von Sabine Pegoraros FDP mit der Baudirektorin hart ins Gericht ging, sondern dass sich auch niemand von der FDP hinter die eigene Regierungsrätin stellte.

Die «Basellandschaftlichen Zeitung» schrieb bald danach, die Baudirektorin wirke amtsmüde und ideenlos. Wer sich in der Landrats-Fraktion umhört, hört ähnliche Kritik an der eigenen Regierungsrätin: Sie wirke dünnhäutig, unsicher, ja sogar abgelöscht ähnlich wie der ehemalige Finanzdirektor Adrian Ballmer gegen Ende seiner Regierungszeit. Verärgert hat viele Bürgerliche vor allem die verlorene Abstimmung über das Verkehrsprojekt Elba.

Verlorene Abstimmung und verlotterte Strasse

Für viele ist Sabine Pegoraro eine der Hauptverantwortlichen für diese Niederlage: Sie habe zu wenig gekämpft und die Regierung habe den Abstimmungstermin so nah nach den eidgenössischen Wahlen gelegt, dass keine Zeit mehr für eine Kampagne geblieben sei. Aus Sicht der Kritiker gibt es aber noch weiter Versäumnisse: zum Beispiel die Umfahrung Liestal, welche die Baudirektorin habe verlottern lassen. Diese muss jetzt notfallmässig für ein paar Millionen Franken geflickt werden.

«  Ich mache diese Amtsperiode fertig »

Sabine Pegoraro
Baselbieter Baudirektorin (FDP)

In der «Basellandschaftlichen Zeitung» vom Mittwoch äusserte sich Pegoraro nun zu den Vorwürfen. Diese seien Teil einer Kampagne Sie sei nicht amtsmüde, betont die mittlerweile dienstälteste Baselbieter Regierungsrätin und: «Ich mache diese Amtsperiode fertig» - eine Absage an alle, die Pegoraro gerne schon früher im Ruhestand sähen.

Hinter den Kulissen baut die FDP ihren nächsten Regierungskandidaten auf: Der Birsfelder Gemeindepräsident Christof Hiltmann gilt als Kronfavorit für die Nachfolge Pegoraros, wie aus verschiedenen Quellen zu vernehmen ist. FDP-Parteipräsidentin Christine Frey ist das Thema offenbar zu heiss, um darüber zu reden. Ein Interview wollte sie nicht geben.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)