Baselbieter EBM produziert Öko-Energie in St. Louis

Der Baselbieter Energiekonzern EBM hat am Freitag in St. Louis eine neue Biomasse-Wärmezentrale eingeweiht. Das Kombi-Kraftwerk gehört zum ersten dieser Art in Frankreich. Gebaut wurde es im Entwicklungsgebiet entlang der geplanten Tramlinie 3.

Kraftwerk mit EBM-Logo, davor ein Maisfeld Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aus Biomasse entsteht hier Öko-Strom: Neues Kraftwerk der EBM in St. Louis (F). zvg

Rund 3'000 Haushalte versorgt das neue Kraftwerk mit Heizungswärme und Warmwasser und daneben produziert das neuartige Kraftwerk dank modernster Technik auch Strom für etwa 10'000 Haushalte. Das Kraftwerk nahm bereits im Juli den Probebetrieb auf. Vertreter der Stadt St. Louis und der EBM nahmen das Kraftwerk am Freitag offiziell in Betrieb und verkündeten stolz: «Damit lassen sich grosse Mengen fossiler Brennstoffe einsparen und den CO2-Ausstoss jährlich um 9’000 Tonnen reduzieren.»

Im Kraftwerk wird vor allem Holz verheizt, aber auch Grünabfall aus der Landwirtschaft: Pflanzenreste aus der Mais-Ernte. Das besondere an der Technik sei, dass die Biomasse, die dem Heizkessel beigefügt wird, nicht auf einem Rost verbrennt, sondern mit Luft und Sand eingeblasen wird, hiess es bei der Einweihung am Freitag. Somit werde eine optimale Verbrennung erreicht. Der heisse Dampf treibt eine Turbine an, die Strom produziert. Mit den heissen Abgasen wird auf der anderen Seite Warmwasser hergestellt. EBM sieht das neue Kraftwerk als Referenzprojekt, um im Elsass im Wärmesektor neue Projekte realisieren zu könnnen.

Beschrieb Kreislauf Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: So funktioniert das neue Kraftwerk in St. Louis zvg

«Etwas für die Zukunft!»

Für die Gemeinde St. Louis bringe das Kraftwerk mehrere Vorteile, sagt der Maire von St. Louis, Jean-Marie Zoellé im «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Als Ersatz der alten Gaskraftwerke, die seit 1990 die Fernwärme produzierten, bringe es eine markante CO2-Einsparung: Gerade noch ein Fünftel wird im Vergleich zu vorher in die Luft geblasen. Zudem würden für die Fernwärmekunden die Tarife um etwa 30 Prozent sinken.

Vom Brachland zum Gewerbegebiet

Besonders wichtig für die Entwicklung von St. Louis sei aber der Standort. Es steht momentan mitten im Brachland am nördlichen Rand der Stadt. Maire Zoellé betont, dass genau hier der Aufbau eines neuen Gewerbegebiets geplant sei, wo neue Unternehmen mit qualifizierten Arbeitsplätzen hinziehen sollen.

Und genau hier soll auch die Tramlinie 3 von Basel her einmal durchfahren. Die Verlängerung der 3er-Linie von Basel ins Zentrum von St. Louis soll also auch die Entwicklung dieses neuen Gewerbegebiets von St. Louis voranbringen.