Baselbieter EVP verzichtet auf Wahlplakate

«Plakat-Dschungel». So hiess es damals bei den letzten Wahlen im Baselbiet vor vier Jahren. Überall hingen die Köpfe der Kandidatinnen und Kandidaten. Die Baselbieter EVP geht nun neue Wege und verzichtet auf die Wahlplakate.

5 Wahlplakate nebeneinander von verschiedenen Parteien. Ganz rechts aussen jenes der EVP Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Beim letzten Wahlgang war die EVP noch mit Plakaten präsent Keystone

Die Baselbieter EVP verzichtet bei den nächsten Wahlen auf Wahlplakate, das hat sie letzte Woche beschlossen. Es ist ein Novum im Kanton Baselland. Die anderen Parteien wie SVP, CVP und SP ziehen nicht mit.

Dass die anderen Parteien nicht mitziehen, ist ganz im Sinne des EVP-Präsidenten Urs von Bidder. «Wir wollen einzigartig sein.» Die Idee der EVP hingegen stösst bei den Parteipräsidenten von CVP und SVP auf offene Ohren. Marc Scherrer (CVP) sagt, er fände den Schritt richtig und mutig. Die CVP selber sei aber noch nicht bereit, denselben Weg zu gehen.

Ähnlich tönt es bei der SVP. Parteipräsident Oskar Kämpfer sagt, er würde die EVP beobachten und sei gespannt wie sich die Partei entwickeln würde, auch ohne Plakate. Eine erstes Fazit kann er schon nach den Wahlen im Februar ziehen. Die EVP strebt einen zusätzlichen Sitz im Landrat an.

Ganz vergleichen lassen sich EVP und die anderen Parteien aber nicht. Erstens: Die EVP hat eine äusserst treue Wählerschaft, ist demnach weniger auf Wahlplakate angewiesen. Zweitens: Die EVP will keinen Regierungssitz erobern. Regierungswahlen sind aber bekanntlich Persönlichkeitswahlen. Das heisst: Für die Wähler ist es wichtig, den Kopf des Kandidierenden zu kennen. Kurz: Plakate haben bei Regierungsratswahlen eine grössere Bedeutung als bei Landratswahlen.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)