Baselbieter Landräte sind bestürzt über Rückgang von Kontrollen

Die Kontrollen gegen Schwarzarbeit auf Baustellen brachen letztes Jahr richtiggehend ein. Mitglieder der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission des Landrats reagieren empört. Sie wollen Erklärungen.

Ein Kontrolleur prüft einer Baustelle die Arbeitsbewilligung eines Arbeiters. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Kontrollen gegen Schwarzarbeit im Baselbiet haben massiv abgenommen. Keystone

Im Jahr 2013 rückten Mitglieder der Zentralen Arbeitsmarkt-Kontrolle (ZAK) 645 Mal aus, um Arbeiter auf Baustellen zu kontrollieren. Im Jahr darauf waren es lediglich noch 189 Kontrollen, die das ZAK durchführte. ZAK Vizepräsident und Gewerkschafter Daniel Münger sucht nach Erklärungen. «Wir leisteten im Jahre 2013 viel Gratisarbeit. Die mussten wir im folgenden Jahr nicht mehr leisten.»

«  So ein starker Einbruch bei den Kontrollen ist katastrophal. »

Rahel Bänziger
Präsidentin Volkswirtschaftskommission BL

Die Präsidentin der Volkswirtschaftskommission, Rahel Bänziger, ist besorgt: «Ich bin erschrocken bei diesen Zahlen. So ein Einbruch ist katastrophal.» Nicht anders tönt es bei Vertretern aus anderen Fraktionen, zum Beispiel beim SVP-Landrat Peter Brodtbeck aus Arlesheim: «Es erstaunt mich, dass viel weniger Kontrollen gemacht wurden, nachdem uns gesagt wurde, wie wichtig solche Kontrollen seien.»

Rahel Bänziger möchte jetzt aktiv werden. «Ich frage nach, wie der Leistungsauftrag genau formuliert ist. Dann möchte ich Erklärungen für den Rückgang.» Der Präsident der ZAK, Altnationalrat Hans-Rudolf Gysin, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)