Baselbieter Landrat öffnet Geldbeutel für Theater Basel

Im Rahmen der Budgetdebatte bewilligt der Landrat eher überraschend zusätzliche 700'000 Franken. Mit diesem Entscheid stellt sich das Kantonsparlament gegen die Regierung.

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Bildlegende: Theater Basel bekommt überraschend mehr Geld aus Baselland. Juri Weiss

Das Theater Basel soll vom Kanton Baselland im kommenden Jahr 700'000 Franken mehr erhalten: Der Baselbieter Landrat hat am Donnerstag im Rahmen der Budget-Debatte einen entsprechenden Budget-Antrag gegen den Willen von Regierung und Finanzkommission gutgeheissen. Der Zusatzbetrag ist die grösste Abweichung vom Budget, die der Rat bewilligt hat.

Der Entscheid fiel mit 45 zu 42 Stimmen knapp. Geschlossen für die Erhöhung stimmten SP und Grüne, ebenso geschlossen gegen die Erhöhung war die SVP und gross mehrheitlich auch die FDP. Die Mitte zeigte sich geteilt.

Grundsatzdebatte um das Theater

Vorausgegangen war eine eigentliche Theaterdebatte im Rahmen der Budgetberatung. Die Befürworter der Erhöhung unterstrichen die Bedeutung des Theaters für den Wirtschaftsstandort und verwiesen darauf, dass Basel-Stadt rund das Zehnfache des Baselbieter Beitrags ans Theater zahle, obwohl die Hälfte des Publikums aus Baselland komme.

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35 Millionen Defizit

Der Landrat stimmte mit 80 gegen 1 Stimme dem Budget 2015 zu. Dieses rechnet mit einem Defizit von 35 Millionen Franken. Nach mehreren Jahren mit Defiziten erwartet die Regierung in ihrem Finanzplan 2015-2018 bereits 2016 schwarze Zahlen und ab 2018 eine Selbstfinanzierung von 100 Prozent.

Die Gegner kritisierten unter anderem, dass eine Erhöhung einer Missachtung des Volksentscheides von 2011 gegen höhere Theatersubventionen. Eine stärkere Unterstützung sei nicht Aufgabe von Baselland und das Theater müsse mit den gegebenen Mitteln auskommen, wurde auch argumentiert.

Gegen den Willen der Regierung

Mit seinem Ja zu den zusätzlichen 700'000 Franken für das nächste Jahr stellt sich der Kantonsrat gegen den Regierungsrat: Dieser hatte noch Ende Oktober eine vom Theater Basel beantragte Erhöhung der Baselbieter Subvention um 1,4 Millionen Franken auf 5,9 Millionen Franken abgelehnt.

(Regionaljournal Basel, 17:30)