Sparen im Baselbiet Baselbieter Landrat steht vor emotionaler Zolli-Debatte

Die Regierung will den Gratis-Eintritt für Schulklassen aus dem Budget streichen. Das sei ein Bildungsabbau, findet die SP und will mit einem Vorstoss im Parlament erreichen, dass die Sparmassnahme zurückgezogen wird. Die SVP hingegen will nicht, dass der Zolli bevorzugt wird.

Zwei Kinder betrachten einen Orang Utan. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Zollibesuch mit der Schule wird bis jetzt vom Kanton finanziert. Keystone

Für die SP-Fraktionschefin Miriam Locher ist klar: Der Zollibesuch gehört zur Bildung. Und darum soll auch der Kanton dafür aufkommen. «Wir leben in einer digitalisierten Welt. Darum ist das Erleben von Tieren vor Ort pädagogisch wichtig», argumentiert sie. Insgesamt geht es um 85'000 Franken, die der Kanton einsparen will.

Dass der Zolli einen wichtigen Beitrag zur Bildung leistet, dagegen habe er keinen Einwand, sagt SVP-Fraktionschef Dominik Straumann. Dennoch will er das Postulat ablehnen. Denn in Basel gebe es nicht nur den Zolli, der in dieser Hinsicht die Kinder bildet. «Auch in der Langen Erle kann man Tiere erleben. Dorthin fliesst aber kein Geld vom Kanton.»

Zwei Zollibesuche - das sei finanziell verkraftbar

Ausserdem könnten die Klassen den Eintritt in den Zolli auch selber stemmen, findet die SVP: «Ein oder zwei Zollibesuche pro Jahr verkraftet das Budget der Klassenkasse. Und auch für die Eltern sollte so etwas drinliegen», sagt Straumann. Ein Einzeleintritt für Kinder kostet im Zolli neun Franken.

«Das ist schlichtweg arrogant», protestiert Miriam Locher. Im Baselbiet gebe es auch viele Familien, die sich diese Ausgaben nicht leisten könnten. «Und genau dort soll nun gespart werden». In einer Sache sind sich die beiden allerdings einig: Die Debatte im Landrat wird emotional.