Baselbieter Landrat streitet über Deponie-Standorte im Laufental

In den Gemeinden Zwingen und Blauen sollen Bauschutt-Deponien entstehen. Dagegen wehren sich die Landräte aus dem Laufental. Dadurch gingen zwei wichtige Wasserquellen verloren. Der Landrat entschied allerdings gegen die Laufentaler Gemeinden. Er nimmt die Standorte in den Richtplan auf.

Plakat in Zwingen mit Aufschrift: Quellen retten Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Gemeinden Zwingen und Laufen wollen ihre Wasserquellen erhalten. SRF

Der Widerstand in den Gemeinden Blauen und Zwingen ist gross. Mit Transparenten an Hauswänden protestieren sie dagegen, dass ihre Wasserquellen durch die Deponie zerstört werden.

«Diesen Widerstand müssen wir ernst nehmen», sagte in der Ratsdebatte der Laufentaler CVP-Landrat Marc Scherrer. Und Linard Candreia von der SP fügte hinzu: «Im Laufental gibt es bereits ein Sprichwort: Man nimmt uns alles weg und bringt uns den Dreck». Sie plädierten dafür, die Standorte «Stutz» in Blauen und «Sunnerai» in Zwingen nicht in den Richtplan aufzunehmen.

Die Gegenseite argumentierte, dass man nun lange genug nach geeigneten Standorten gesucht habe. Ausserdem handle es sich nicht um eine Giftdeponie. «Es geht hier um Bauschutt und nicht um ein Endlager», so FDP-Landrat Rolf Richterich.

Der Landrat entschied sich schlussendlich klar mit 58 gegen 17 Stimmen für die beiden Standorte im Laufental. Der «Stutz» in Blauen wird im kantonalen Richtplan als Deponiestandort festgesetzt. Der «Sunnerai» in Zwingen gilt als Nachfolge- oder als Ersatzstandort. Als dritter Standort wurde die «Hollenenmatt» in Aesch in den Richtplan aufgenommen.