Baselbieter Lehrer kritisch gegenüber Harmos

Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland LVB hat am Dienstag Position bezogen zu den beiden aktuellen Bildungsinitiativen im Baselbiet. Grundsätzlich unterstützt ein Grossteil der Baselbieter Lehrer deren Grundanliegen. Dennoch will sich der Verein nicht ganz vom Harmos-Konkordat verabschieden.

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Bildlegende: Baselbieter Lehrerinnen und Lehrer wollen eine Kursänderung bei der Ausbildung der Lehrkräfte. (Symbolbild) Colourbox

Die Haltung der Baselbieter Lehrerinnen und Lehrer ist klar: Sie stellen sich grundsätzlich hinter die beiden Bildungsinitiativen des Komitees «Starke Schule Baselland».

Rund 1'100 Lehrerinnen und Lehrer hätten sich beispielsweise für eine Kurskorrektor bei der Lehrer-Ausbildung ausgesprochen, hiess es am Dienstagmorgen an einer Medienkonferenz des LVB in Liestal.

Sie fordern, dass der fachwissenschaftliche Anteil der Ausbildung der Sek I-Lehrkräfte an der Pädagogischen Hochschule deutlich erhöht wird.

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Die Bildungsinitiativen

Zwei Initiativen sollen im Baselbiet zur Abstimmung kommen. Sie wurden vom Komitee «Starke Schule Baselland» lanciert. Eine will, dass sich das Baselbiet aus dem Harmos-Konkordat zurück zieht. Das andere Volksbegehren verlangt, dass die Fachausbildung der Lehrpersonen der Sekundarstufe 1 wieder an einer Universität oder ETH erfolgt.

Unmut auch gegenüber Harmos

Eine Umfrage innerhalb des LVB zeigt zudem eine deutliche Ablehnung gegenüber dem Bildungskonkordat Harmos: Rund 77 Prozent der LVB-Mitglieder, welche sich an der Umfrage beteiligt haben, hätten sich für einen Austritt aus Harmos ausgesprochen. Nur rund 22 Prozent votierten für einen Verbleib.

Ganz soweit, wie dies die Initianten in ihren beiden neuen Bildungsinitiativen fordern, will der LVB aber nicht. Insbesondere im Zusammenhang mit der Forderung nach einem Austritt aus dem Harmos-Konkordat: Hier wolle der LVB «die Tür noch einen Spalt weit offen» lassen. Der LVB fordert eine Überarbeitung des umstrittenen Lehrplans 21 und dass Bildungsdirektor Urs Wüthrich auf eine «überhastete» Einführung des Lehrplans auf das Schuljahr 2015/16 hin verzichte.

Urs Wüthrich: Anstand und Respekt

Im Interview mit dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF zeigt sich Bildungsdirektor Urs Wüthrich enttäuscht über das Vorgehen der Lehrer. Er fordert, dass die Debatte mit Anstand und Respekt geführt werden.

«Die Schulen sollen nun in Ruhe arbeiten können und nicht durch Störmanöver irritiert werden», sagt Wüthrich hörbar enerviert. Er zeigt sich jedoch gesprächsbereit: «Wir führen den Dialog mit all denen, die dialogbereit sind, selbstverständlich weiter.»