Baselbieter SVP steht wohl hinter Regierungskandidatin der FDP

Eine Kandidatin der FDP soll es richten und ins Rennen um einen vierten Sitz der Baselbieter geschickt werden. Dies haben die Parteispitzen von SVP, CVP und FDP am Freitag entschieden und empfehlen FDP-Landrätin Monica Gschwind zur Nomination. Gschwinds Chancen stehen gut - auch bei der SVP.

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Bildlegende: Hat gut lachen - FDP-Landrätin Monica Gschwind steht vor ihrer Nomination als Regierungs-Kandidatin zvg

Am Donnerstag trifft sich die Parteibasis von FDP und SVP an ihren jeweiligen Parteiversammlungen. Traktandiert ist bei beiden die Nomination der bürgerlichen Regierungskandidaten. Es sind dies die amtierenden Regierungsräte Sabine Pegoraro (FDP), Anton Lauber (CVP), Thomas Weber (SVP) und die von den Parteispitzen vorgeschlagene Monica Gschwind (FDP).

Wie steht SVP-Basis zur Nomination?

Während die Nomination bei der FDP reine Formsache ist, ist die Nomination der FDP-Kandidatin Gschwind bei der SVP nicht ganz unumstritten. Grund: Von der Wählerstärke her hätte eigentlich die SVP Anspruch auf einen zweiten Sitz in der Regierung und nicht die FDP. Für die Parteispitzen ist Gschwind jedoch die Kandidatin «mit den besten Wahlchancen». Deshalb fiel die Wahl auf die FDP-Landrätin.

«Ich kann damit leben», meint Stefan Haydn, Co-Präsident der SVP Sektion Münchstein / Arlesheim gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. Für ihn sei Gschwind wählbar und er werde ihr deshalb auch seine Stimme geben. «Lieber eine FDP-Kandidatin drin, als eine SVP-Kandidatin nicht drin», sagt Haydn. Ähnlich tönt es bei vielen anderen Ortssektionen, obwohl nicht alle Präsidenten ein offizielles Statement abgeben wollen.

Mall ist enttäuscht

Keine Stellung zur Nomination, nimmt SVP-Landrätin Caroline Mall, die bei der internen Ausmarchung der FDP-Kandidatin Gschwind unterlegen ist. Mall ist enttäuscht, ein Angriff auf Gschwind und die Parteileitung ist von ihr aber nicht zu erwarten. Auch nicht vom SVP-Fraktionspräsident Dominik Straumann - auch er ein unterlegener SVP-Kandidat. Im Hinblick auf die Parteiversammlung von Donnerstag sagt Straumann: «Es wird sicher kritische Stimmen geben.» Dennoch sei nicht zu erwarten, dass Gschwind nicht nominiert oder sogar ein Gegenkandidat aufgestellt würde.

So darf man davon ausgehen, dass Monica Gschwind von allen drei bürgerlichen Parteien - die CVP nominiert am Dienstag - Unterstützung erhält. Nun muss sich die bislang eher unbekannte Gemeindepräsidentin aus Hölstein noch bei ihren potentiellen Wählerinnen und Wählern bekannt machen.

(Regionaljournal Basel 17.30 Uhr)