Baselbieter Wirtschaftsoffensive - Viel Aufwand, wenig Ertrag

Die Wirtschaftsoffensive des Kantons Baselland benötigt viel Zeit. Soweit das Fazit des Leiters der Wirtschaftsoffensive, Marc-André Giger und auch der Baselbieter Regierung. Diese trat erstmals in corpore in neuer Besetzung auf, um die Wirtschaftsoffensive zu lancieren.

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Bildlegende: Marc-André Giger Keystone

Der Kanton Baselland braucht zusätzliche Steuereinnahmen und will dazu neue Unternehmen in den Kanton locken. Unter dem Schlagwort «Wirtschaftsoffensive» bietet das Baselbiet geeignete Standorte an und will die Verfahren vereinfachen.

Alle fünf Regierungsleute am Tisch

Diese Wirtschaftsoffensive geht nach einem halben Jahr Vorbereitung nun in die Hauptphase. Die Zwischenbilanz wurde am Dienstag überraschend von allen fünf Baselbieter Regierungsmitgliedern präsentiert. Die Regierung begründet ihren ersten gemeinsamen Auftritt in neuer Zusammensetzung mit dem wichtigen Thema. Mehr Unternehmen sollen ins Baselbiet kommen, auch der Steuern wegen: Bisher stammen 10 Prozent der Steuer-Einnahmen von juristischen Personen. Die Regierung will den Anteil auf 15 Prozent heben, also auf den Schweizer Durchschnitt.

Dafür dürfe man ruhig aufwändig auftreten und somit Werbung machen, erklärt Sicherheitsdirektor Isaac Reber im« Regionaljournal Basel» von SRF 1. Neuerungen konnte die Regierung allerdings trotz umfangreicher Präsentation nur wenige präsentieren.

Land zu verkaufen

Immerhin ändert die Regierung seit Juni ihre Bodenpolitik: Unternehmen können dem Kanton neu Land abkaufen, bisher war es nur im Baurecht zu haben. Bereits ein Unternehmen wolle dies nutzen, Land kaufen und den Standort im Baselbiet ausbauen, gibt die Regierung bekannt.

Neu für den Kanton Baselland - wenn auch nicht für die Schweiz - gibt es auch einen «Welcome Desk, an dem neue ansiedlungswillige Unternehmen und Firmengründungen begleitet werden», wie die Regierung erklärt.

Beste Offerte

Koordiniert wird die «Wirtschaftsoffensive» von Marc-André Giger, der im Frühjahr im Mandatsverhältnis die Arbeit als Wirtschaftsförderer aufnahm. Der 51-jährige Liestaler Oekonom arbeitet zur Zeit als Direktor von PricewaterhouseCoopers (PwC) und übernimmt nun definitiv die Funktion des Baselbieter Wirtschaftsförderers. Die Baselbieter Regierung schreibt: «Seine Offerte ist vom Regierungsrat gutgeheissen worden.»

Weber im Team

Thomas Weber, seit gestern neuer BL-Regierungsrat, wird sich als Wirtschaftsdirektor ebenfalls der Sache annehmen und nimmt neben Sabine Pegoraro und Isaac Reber Einsitz im sogenannten «Steuerungsausschuss». Wer den Vorsitz dieses Ausschusses übernimmt, das ist momentan offen und werde abgeklärt, gab die Regierung heute bekannt.

Thomas Weber beschreibt die Dynamik der Wirtschaftsförderung folgendermassen: «Die Kunst wird sein in der Anfangsphase möglich erfolgreich zu sein und langfristig dann neue Firmen auch anzusiedeln.»

kohd/racc