Basler Abfallpolizei büsste erst 16 Littering-Sünder

Vier Abfall-Kontrolleure kümmern sich um die Sauberkeit in Basel und büssen unter anderem Littering-Sünder, die Abfall achtlos liegen lassen. Die neue Abfallpolizei verhängte im ersten Halbjahr ihres Bestehens bis März 2013 16 Bussen - zu wenig aus Sicht der Geschäftsprüfungskommission (GPK).

Achtlos weggeworfene Fastfood-Verpackungen auf Strasse Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Littering könne in Basel mit dem zur Verfügung stehenden Personal nicht effizient bekämpft werden, moniert die GPK. Keystone

«Littering ist in Basel ein wachsendes Problem», sagt LDP-Grossrat Michael Koechlin, der in der GPK unter anderem für den Bereich Umwelt zuständig ist. Die 16 Bussen, welche die Abfallpolizei bis ins Frühjahr aussprach, seien zu wenig: «Es wurden viel zu wenig Bussen verhängt, die Abfallpolizei hat zu wenig Personal.»

Die GPK fordert daher von der Regierung zusätzliche Massnahmen im Kampf gegen Littering - sowohl präventiver als auch repressiver Art, wie Koechlin gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF sagt: «Einerseits muss man darauf hinarbeiten, dass Littering nicht mehr als cool gilt. Andererseits muss man bei besonders Uneinsichtigen mit schärferen Bussen einfahren.»

«Schwierig, jemanden in flagranti zu erwischen»

Beim zuständigen Basler Amt für Umwelt und Energie (AUE) wehrt sich der Leiter, Jürg Hofer, gegen den Vorwurf, sein Amt büsse zu wenig: «Es ist schwierig, jemanden in flagranti zu erwischen. Ausserdem ist unser primäres Ziel auch nicht, möglichst viele Bussen zu verhängen, sondern Littering zu verhindern.»

Letzteres funktioniere denn auch tatsächlich: «Unsere Leute, die Littering bekämpfen und Bussen ausstellen, beobachten, dass sie bereits erkannt werden. Die Leute zeigen auf sie, tuscheln – und entsorgen ihre Sachen dann schön brav.» Ausserdem sei es zu früh zu beurteilen, ob mehr Bussen eine adäquate Lösung fürs Littering-Problem wären.