Basler Geothermie-Projekt sorgt immer noch für Nachbeben

Am 29. Juni kam es - nahezu unbemerkt - zu einem Erdbeben mit der Stärke 1,7. Bis zu 15 Jahre nach dem Stopp des Geothermie-Projekts muss mit ähnlichen Beben gerechnet werden.

Geothermie-Anlage in Basel Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Basler Geothermie-Projekt verursacht auch über sechs Jahre nach seiner Stilllegung noch Erdbeben. Keystone

Kaum jemand in der Region hat das Erdbeben am Vormittag des 29. Juni gespürt. Nur drei Leute aus der Region Basel meldeten sich an jenem Samstag beim Schweizerischen Erdbebendienst und machten ihn auf ein leichtes Erdbeben aufmerksam.

Die Messungen ergaben ein Beben der Stärke 1,7. Ein schwaches Beben, und es wäre kaum der Rede wert, wenn es ein gewöhnliches Beben wäre. Das Erdbeben steht jedoch in einem direkten Zusammenhang mit den Geothermie-Bohrungen in Basel von 2006.

Bei jenen Bohrungen kam es im Dezember 2006 zu einem Beben der Stärke 3,4. Dieses verursachte leichte Schäden an Gebäuden, vor allem aber erschreckte es die Bevölkerung. Das Basler Geothermie-Projekt wurde nach dem Erdbeben und einigen Nachbeben schliesslich abgebrochen.

Das jüngste Beben von Ende Juni war nun das stärkste Nachbeben seit sechs Jahren. Erstaunlich dabei ist, dass es derart lange nach dem Abbruch des Geothermie-Projektes noch zu Nachbeben kommen kann, einer breiteren Öffentlichkeit war dies bislang nicht bekannt.

Erdbebendienst findet die Stärke des Bebens überraschend

Stefan Wiemer, Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes an der ETH Zürich, zeigt sich auf Anfrage des «Regionaljournals» von Radio SRF, jedoch nicht allzu überrascht: «Dass es zu einem Nachbeben kommen kann, das haben wir immer gesagt. Etwas überraschend für uns ist aber die Grösse des jüngsten Bebens. Da sagen wir schon: Erstaunlich, dass es das jetzt noch gibt.»

Der Erdbebendienst rechnet damit, dass es bis zu 15 Jahre nach dem Abbruch des Geothermie-Projekts noch zu Nachbeben kommen kann. «Die Stärke der Beben wird aber im Verlaufe der Jahre abnehmen», sagt Stefan Wiemer.