Basler GLP ist eine Partei ohne Rückenwind

Zu Gast im «Wahlzmorge» ist GLP-Präsidentin Katja Christ. Die Grünliberalen kämpfen in Basel um Aufmerksamkeit - und darum, weiterhin in Fraktionsstärke im Grossen Rat politisieren zu können. Auch die Parteipräsidentin selber muss um ihren Sitz im Parlament zittern.

Grüne Anliegen haben es derzeit schwer. Das hat das Abstimmungswochenende gezeigt. Die Initaitive für eine «Grüne Wirtschaft» scheiterte vor dem Schweizer Stimmvolk deutlich. Was bedeutet dies für eine Partei, die ihre grüne Ader im Namen trägt?

Katja Christ, Präsidentin der Basler Grünliberalen, will das Abstimmungsergebnis nicht überbewerten. «Das hat sich abgzeichnet. Visionäre Ideen im grünen Bereich sind schwierig zu vermitteln, weil sie sehr langfristig angelegt sind.» Das Abstimmungsergebnis will sie nicht als schlechtes Omen für die kantonalen Wahlen werten.

Weder links, noch rechts

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Die GLP Basel-Stadt

Die GLP Basel-Stadt wurde 2008 gegründet. Seither vermögen die Grünliberalen den Wähleranteil nicht auszubauen und bleiben eine kleine Partei. Im Parlamentsbetrieb fungieren die Grünliberalen oft als «Zünglein an der Waage». Bei finanzpolitischen Themen verhelfen sie den Bürgerlichen zu einer Mehrheit, bei Verkehrs- und Umweltthemen den Linken.

Die Grünliberalen haben aber seit Beginn ihrer Existenz das Problem, dass ihre politische Haltung nicht ganz einfach zu vermitteln ist. Sie sind weder links, noch bürgerlich. Stimmen einmal mit dem einen politischen Lager, und ein anderes Mal mit dem anderen Lager.

Katja Christ ist aber überzeugt: «Wir haben ein klares Profil, das zeigen auch die Abstimmungen im Grossen Rat.» Bei Umweltschutz- und Verkehrsthemen stimmt die GLP mit den linken Parteien. «Da fehlen leider die anderen Bürgerlichen, obwohl diese von sich behaupten, sie hätten auch eine ökologische Ader.» Bei Finanzthemen stimmt die GLP dagegen jeweils mit den Bürgerlichen. «Dort vermissen wir die Unterstützung der Linken.»

Eine Weichenstellung

Die Wahlen im Oktober sind für die GLP eine Weichenstellung. Die Partei hat zuletzt stagniert. Die Parteipräsidentin selber muss um ihren eigenen Sitz zittern. Kommt hinzu, dass eine Umfrage unlängst der Partei grössere Verluste prognostiziert hat. «Diese Umfrage wurde zwei Monate vor den Wahlen gemacht, man sollte sie nicht überinterpretieren», sagt Katja Christ. Sie selber sei zuversichtlich für die Wahlen.

Bruderholzspital ist kein Tabu

Dass die Krankenkassenprämien in der Region im nächsten Jahr wieder massiv steigen, dies beschäftigt auch die Basler GLP. Ein Patentrezept gegen den Kostenanstieg habe auch ihre Partei nicht, sagt Katja Christ. Für sie persönlich sei es aber beispielsweise denkbar, das Bruderholzspital zu schliessen. «Ich könnte leben damit.» Wichtig sei es, verschiedene Massnahmen zu prüfen, die kostendämpfend sein könnten.

Sätze ergänzen mit Katja Christ (GLP)

Frauenquoten finde ich...
...sinnvoll
Meine grösste ökologische Sünde...
...war eine Reise mit dem Flugzeug
Das Bruderholzspital...
...kann man schliessen

bs Wählerstärke der GLP im Basler Grossen Rat Wähleranteil in Prozent.