Eigenmietwert Basler Hausbesitzer sind ernüchtert

Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer liessen sich gestern im Bruderholzquartier darüber informieren, wie sie sich gegen eine Neubewertung ihrer Liegenschaft wehren können. Viel Hoffnung dürfen sie sich allerdings nicht machen.

Blick auf ein Einfamilienhaus im Basler Bruderholz-Quartier Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Liegenschaften im Kanton Basel-Stadt werden neu bewertet. Keystone

Bereits zum zweiten Mal hatte der Quartierverein Bruderholz zusammen mit der FDP zum Informationsabend geladen. Und auch dieses Mal kamen mehr Interessierte, als Platz hatten. Diese liessen sich von FDP-Grossrat Christoph Haller über die Aktivitäten der Bürgerlichen im Grossrat gegen die Erhöhung des Eigenmietwerts informieren. Zum Beispiel über die drei Motionen, die der Rat unlängst überwiesen hat.

Als Fachmann der Materie trat FDP-Grossrat Andreas Zappala, Geschäftsführer des Hauseigentümerverbands Basel-Stadt, auf. Seine Informationen sorgten allerdings bei den meisten Anwesenden für Ernüchterung oder gar Enttäuschung. Die bisherige Erfahrung zeige, dass die Chance auf Erfolg einer Einsprache äusserst gering sei. Er verstehe den Ärger der Hausbesitzer, sagt Zappala. Aber es sei nun mal so, dass der Liegenschaftswert auch nach der Neubewertung unter dem Marktwert bleibe.

Jede 10. Verfügung angefochten

Auf Anfrage bestätigt der stellvertretende Steuerverwalter und Leiter des Rechtsdienstes, Christian Mathez, dass die Erfolgsquote bisher unter 4 Prozent liege. Dieser Wert bezieht sich auf die erste Tranche an Verfügungen, die bereits im Sommer verschickt wurden. «Wir erhielten rund 500 Einsprachen, das sind etwa 10 Prozent der verschickten Verfügungen.» In den letzten Tagen wurden nun die letzten der etwa 20'000 Verfügungen verschickt. Ob angesichts der geringen Erfolgschancen jetzt weniger Einsprachen gemacht würden, könne er nicht sagen, sagt Mathez.