Basler Jugendkulturfestival erteilt Nachhilfe bei Mehrweggeschirr

Die Diskussion um Plastikbecher und Plastikgeschirr geht in eine neue Runde: Während sich Festivals wie «Em Bebbi sy Jazz» und «Summerblues» gegen das vorgeschriebene Mehrweggeschirr wehren, will das Jugendkulturfestival JKF daran festhalten, und bietet den anderen Festivals sogar Nachhilfe an.

Publikum von hinten, Arme in der Luft, am oberen Bildrand unscharf eine Band. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das junge Publikum am Basler Jugendkulturfestival ist sich seit 2005 Mehrweggeschirr gewohnt. Brigitte Fässler

Das Thema Mehrweggeschirr ist in Basel hart umstritten. Seit zwei Jahren gilt die Regelung, dass bei grossen Veranstaltungen in der Stadt Mehrweggeschirr benutzt werden muss. Dagegen wehren sich die Herbstmesse und das Jazz-Festival «Em Bebbi sy Jazz». Dessen Ehrenpräsident Ernst Mutschler verlangt, dass Ausnahmen erlaubt werden.

Becher kaufen statt ausleihen

Während sich auch andere Organisatoren über das Plastikgeschirr beschweren, stellt sich das Jugendkulturfestival JKF hinter das geltende Gesetz und damit hinter die Regierung. «Wir haben uns das Thema Abfallvermeidung schon lange auf die Fahne geschrieben und wollen ein gutes Vorbild sein für unser junges Zielpublikum», sagt JKF-Präsident Alain Schnetz.

Dass sich die anderen Festivalbetreiber dagegen wehren, könne er verstehen, denn am Anfang müssten sich die Leute daran gewöhnen. Mittlerweile laufe es bei ihnen aber reibungslos. Ein Grund sei, dass die Festivalorganisation die Plastikbecher nicht jedes Jahr ausleiht, sondern vor einigen Jahren gekauft hat. «Das war damals zwar sehr teuer, mittlerweile lohnt es sich aber», so Schnetz. Die Becher verteilt das JKF jeweils an die privaten Stände und sammelt sie am Ende des Festivals wieder ein. «Das ist unkompliziert und funktioniert sehr gut», findet Schnetz.

Tipps an andere Festivalbetreiber

Seine guten Erfahrungen möchte Schnetz nun mit den anderen Festivalbetreibern teilen, die sich gegen das Mehrweggeschirr wehren. «Wir sind gerne bereit, unser Know-How weiterzugeben», sagt Schnetz.

Das kommt bei Ernst Mutschler, Ehrenpräsident vom «Bebbi sy Jazz», gar nicht gut an. «Auf diese Tipps können wir verzichten», so Mutschler. «Wir haben schon jegliche Varianten durchgespielt und kommen jedes Mal zum Schluss, dass das Mehrweggeschirr für uns keine Option ist».

Unterschiedliche Voraussetzungen

Ein Grund sei, dass «Em Bebbi sy Jazz» nur während sechs Stunden stattfindet. Das JKF hingegen zwei Tage. «Da lohnt sich der Aufwand für das Mehrweggeschirr viel mehr als bei uns», findet Mutschler. Ausserdem gäbe es mehrere Restaurant-Betreiber, die sich weigern, das Mehrweggeschirr einzusetzen. «Wir sind auf diese Restaurants angewiesen», sagt Mutschler. Deswegen werde es auch dieses Jahr beim «Bebbi sy Jazz» kein Mehrweggeschirr geben, auch wenn man damit eine Busse beim Kanton riskiere.