Basler Polizei testet gezielte Fahndung nach gestohlenen Velos

Erstmals sucht die Basler Polizei selbst aktiv nach gestohlenen Velos. Sie sucht an beliebten Abstellplätzen für Velos, ob es darunter auch gestohlene Fahrräder hat. Damit hofft die Polizei, die sehr tiefe Aufklärungsquote verbessern zu können.

Velos stehen vor Schild für Parkverbot auch für Velos. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wem gehören wohl diese Velos? Die Basler Polizei sucht aktiv nach gestohlenen Fahrrädern. Keystone

Im Schnitt alle drei Stunden wird in Basel ein Velo gestohlen. Bisher fand die Polizei gestohlene Velos meist nur dann, wenn sie während mehreren Wochen irgendwo abgestellt waren. Jetzt will die Basler Polizei selbst aktiv nach gestohlenen Velos suchen.

Mit einem Computer ausgerüstet suchen Beamte Velo-Abstellplätze ab, geben die Rahmennummer ein und erfahren so, ob das Fahrrad als gestohlen gemeldet wurde. Innert kürzester Zeit kann so auch der rechtmässige Besitzer informiert werden.

Einmaliger Versuch

Ziel dieser Methode ist es, die Quote der aufgeklärten Velo-Diebstähle von heute zwei Prozent zu steigern. Vorerst testet die Polizei, wie aufwändig die Art der Rasterfahndung ist. Ob es bei diesem Versuch bleibt oder ob die Polizei diese neue Fahndungsmethode definitiv einführt, ist also noch nicht entschieden. Bei ihrem ersten Versuch konnte die Polizei immerhin drei gestohlene Velos ihren Besitzern zurück geben. Zum Vergleich: Aufgeklärt wurden in Basel letztes Jahr rund 50 Velodiebstähle von insgesamt 2500.

IG Velo begrüsst den Versuch der Polizei

David Wüest-Rudin, Präsident der Interessengemeinschaft Pro Velo beider Basel, begrüsst den Versuch der Polizei. «Es gibt nichts Ärgerliches, als wenn das Velo, das man jeden Tag braucht, wegkommt.» Komme hinzu, dass die Angst davor, dass Velo könnte gestohlen werden, einer der wichtigen Gründe sei, das Leute aufs Velo fahren verzichten würden. Dies zeige eine repräsentative Umfrage von Pro Velo. Damit die Polizei noch effizienter nach gestohlenen Fahrrädern suchen kann, sollte sie mit Privaten zusammenarbeiten, fordert David Wüest-Rudin. Konkret mit Anbietern von Vignetten, mit denen man sein Velo registrieren lassen kann.

«  Es gibt nichts Ärgerliches, als wenn das Velo, das man jeden Tag braucht, wegkommt. »

David Wüest-Rudin
Präsident IG Pro Velo beider Basel

Die Basler Polizei will ihren Versuch zuerst auswerten, bevor sie entscheidet, ob sie weiterhin aktiv nach gestohlenen Velos sucht oder nicht. Zu Aufwändig und damit zu teuer sind für die Basler Polizei GPS-Sender, die Velofahrer in ihr Zweirad einbauen können. Dank diesen könnten gestohlene Velos umgehend geortet werden und Velodiebe dingfest gemacht werden.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)