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Ab Montag starten in Basel über 16'000 Kinder und gegen 10'000 Jugendliche ins neue Schuljahr.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 05.08.2020.
abspielen. Laufzeit 04:23 Minuten.
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Basler Schulen «Wir wollen den Fernunterricht mit allen Mitteln verhindern»

Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) begründet im Interview, warum Basel auf eine Maskenpflicht verzichtet, und warum er bei der Quarantänepflicht auf Eigenverantwortung setzt.

Der Basler Erziehungsdirektor informierte heute Morgen im Gymnasium Leonhard über den Schulstart an den Basler Schulen in Zeiten von Corona.

Regionaljournal Basel: Herr Cramer, mehrere Kantone haben sich für eine allgemeine Maskenpflicht an Gymnasien und Berufsschulen entschieden. Warum verzichten Sie auf diese Massnahme?

Conradin Cramer: Wir brauchen in Basel keine Maskenpflicht, weil wir an den weiterführenden Schulen die Distanz wahren können. In den Sommerferien haben wir jedes Schulzimmer angeschaut und Mobiliar, das nicht unbedingt drin sein muss, weggeräumt. Damit schaffen wir es, unter Einhaltung der geforderten eineinhalb Meter Distanz zu unterrichten.

Wohl die grösste Sorge der Lehrerinnen und Lehrer ist, dass Familien, die in einem Risikoland in den Ferien waren, die zehntägige Quarantänepflicht nicht einhalten. Gilt da einfach das Prinzip Hoffnung?

Wir haben die Problematik nicht nur an den Schulen, sondern überall, dass die Quarantänepflichten eingehalten werden. Ich persönlich habe jetzt nochmals einen Brief an alle Eltern geschrieben. Und wir machen in den sozialen Medien in verschiedenen Sprachen einen sehr deutlichen Hinweis. Es gilt auch eine Strafandrohung für diejenigen, die sich nicht an die Quarantänepflicht halten. Aber am Ende setzen wir - so, wie wir das immer machen in der Schweiz - auf die Eigenverantwortung, damit sich die Leute nicht selber gefährden und auch andere nicht.

Sie könnten ja auch eine Selbstdeklaration verlangen und damit für mehr Sicherheit sorgen. Warum machen Sie das nicht?

Es entspricht nicht unserer demokratischen Kultur, dass Leute quasi ihre Unschuld beweisen müssen. Die Quarantänepflicht gilt, auch mit Strafandrohung, die ja durchaus heftig ist, auch mit Kontrollen. Aber am Ende steht jeder selber in der Verantwortung, sich daran zu halten.

Wir möchten eine Rückkehr zum Fernunterricht mit allen Mitteln verhindern.
Autor: Conradin CramerErziehungsdirektor BS/LDP

Bei welchen Zahlen von Neuansteckungen würden Sie an den weiterführenden Schulen zum Fernunterricht zurückkehren?

Das Ziel ist, dass wir nicht zum Fernunterricht zurückkehren müssen. Genauso wie es das Ziel ist, dass es für unsere Gesellschaft nicht noch einmal einen Lockdown gibt. Selbstverständlich schauen wir gemeinsam mit dem Gesundheitsdepartement jeden Tag die Entwicklung der Fallzahlen an und sind auch darauf vorbereitet, um allenfalls strengere Massnahmen zu ergreifen. Aber zurück zum Fernunterricht, das ist wirklich die allerletzte Massnahme. Das möchten wir auf jeden Fall vermeiden. Und das schaffen wir, wenn wir alle diszipliniert sind und die Schutzmassnahmen, die wir jetzt eingerichtet haben, konsequent durchziehen.

Das Gespräch führte Georg Halter.

Regionaljournal Basel, 12.03 Uhr;

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Nicole Peter  (nicolettagram69)
    Das ist wieder mal typisch für die konservative Schweiz! Jetzt wäre die Chance, sich dem digitalen Zeitalter anzupassen. Z.B. eine Mischform aus Präsenz- und Fernunterricht, wäre auch für die Sekundar-, sowie weiterführenden Schulen möglich. So müssten die Schüler auch nicht mehr kiloweise Schulbücher mit sich herumschleppen und sie könnten bei leichtem Unwohlsein von zu Hause aus immer noch am Unterricht teilnehmen und müssten nicht alles nacharbeiten. Oder bei angeordneter Quarantäne...