Basler Senioren bekommen kein Gratis-U-Abo

Sind Senioren hinter dem Steuer ein Unfallrisiko im Strassenverkehr? Die Frage wird meist dann diskutiert, wenn ältere Menschen einen schweren Unfall verursachen. Der Grosse Rat hat einen Vorschlag diskutiert, der Senioren dazu ermuntert, den Führerschein abzugeben.

Alter Mann hinter dem Steuer Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Senioren, die ihr Auto freiwillig abgeben, sollen ihr U-Abo selber bezahlen. Keystone

Wer über 70 Jahre alt ist und seinen Führerausweis freiwillig abgibt, soll mit einen Gratis-U-Abo belohnt werden. Das verlangte ein Vorstoss der Basler SP, den der Grosse Rat am Mittwoch diskutierte. Am Ende lehnte er den Vorstoss mit 49 gegen 37 Stimmen ab.

Christian von Wartburg (SP) setzte sich für das Gratis-U-Abo ein. Um die Ratsmitglieder zu überzeugen, erwähnte er einen Vorfall, der sich vor rund einem Monat in Münchenstein zugetragen hatte. Ein 90-jähriger Mann verletzte mit dem Auto einen Kollegen tödlich. Von Wartburg meinte, dass man den Senioren den öffentlichen Verkehr schmackhaft machen sollte. Das Gratis-U-Abo sei eine Möglichkeit, dies zu erreichen.

Die meisten Bürgerlichen im Rat waren gegen den Vorschlag. Michael Koechlin von der LDP war der Meinung, dass das U-Abo das Problem nicht lösen würde. Zentral sei es, die Gesellschaft zum Umdenken zu bringen. «Wer heute den Fahrausweis abgibt, gilt als schwach. Aber jeder, der den Fahrausweis im Alter abgibt, zeigt eigentlich Stärke.»