Basler SP gegen Syngenta - ein Widerspruch?

Mit roten SP-Fahnen nimmt die Basler SP am Samstag an der Demonstration gegen Syngenta teil. Gleichzeitig beteuert SP-Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin, wie wichtig es für die Stadt ist, dass Syngenta in Basel bleibt. Die Partei sieht darin aber keinen Widerspruch.

Transparent "Weniger Pestizide im Essen" und Menschenmenge. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Mai 2015 demonstrierten bereits über 100 Leute vor dem Syngenta Hauptsitz. Keystone

Der Basler Agrochemiekonzern Syngenta stand in den letzten Monaten öfters in der Kritik. Dabei ging es primär um die geplante Übernahme durch den chinesischen Staatsbetrieb ChemChina.

Parteipräsidentin sieht keinen Widerspruch

Die Demonstration am Samstag richtet sich aber gegen die grundsätzliche Geschäftspraxis der Syngenta, sagt SP-Parteipräsidentin Brigitte Hollinger. «Syngenta experimentiert mit hochtoxischen Pestiziden zum Beispiel auf Hawaii.» Und das mache die Bevölkerung krank, ergänzt Hollinger. Ausserdem habe Syngenta eine soziale Verantwortung, die sie wahrnehmen müsse. Weil sie dies nicht in jedem Fall tue, ginge die SP auf die Strasse.

Auf der einen Seite also die SP-Basis, die gegen Syngenta demonstriert. Auf der anderen Seite der SP-Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin, der immer wieder betont wie wichtig Weltkonzerne wie Syngenta für Basel sind. Zwischen den beiden Haltungen sieht Brigitte Hollinger keinen Widerspruch. Man würde dem eigenen Regierungsrat nicht in den Rücken fallen.

Demonstrationen in 400 Städten

Die Demonstration in Basel orientiert sich am «March against Monsanto», der bereits zum vierten Mal stattfindet. Demonstriert wird in 400 Städten auf der ganzen Welt. Der Marsch in Basel richtet sich sowohl gegen Monsanto wie auch gegen Syngenta. Er wird von 50 Organisationen aus der Schweiz, Südbaden und dem Elsass unterstützt.