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Heute sind die fünf staatlichen Basler Museen Dienststellen des Kantons.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 15.01.2020.
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Brisante Forderung Sollen die staatlichen Basler Museen ausgelagert werden?

Diesen überraschenden Vorschlag macht Urs Gloor, Direktor der Museumskommission des Historischen Museums.

Erst gestern hatte das Regionaljournal Basel berichtet, dass sich das Präsidialdepartement und der Direktor des Historischen Museums auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt haben. Vergessen sind die zeitweise äusserst schwierigen Zeiten der Zusammenarbeit zwischen Departement und Museum aber nicht.

Vorbild Landesmuseum

Es kommt darum nicht von ungefähr, dass es der Präsident der Museumskommission des Historischen Museums ist, der heute die Frage nach der richtigen Rechtsform der fünf staatlichen Museen stellt. Kommissionspräsident Urs Gloor sagt: «Eine Lösung wäre, dass man die Museen auslagern und sie analog zum Landesmuseum in eine öffentliche Anstalt überführen würde. Damit würde man den Museen Unabhängigkeit geben.»

Heute sind die fünf staatlichen Basler Museen - das Kunstmuseum, das Historische Museum, das Naturhistorische Museum, das Antikenmuseum und das Museum der Kulturen - Dienststellen des Präsidialdepartements. Gleichzeitig steht im Basler Museumsgesetz, die staatlichen Museen sollten möglichst unabhängig funktionieren. Bei dieser Konstellation seien Konflikte vorprogrammiert, meint Gloor: «Ich glaube, es ist für alle Seiten schwierig. Für das Departement ist es schwierig, die richtige Form zu finden: Entweder man schaut zu wenig oder zu viel. Auf der anderen Seite steht das Museum, das sich eine möglichst grosse Freiheit wünscht.»

Inhaltlich sind die Fachleute nicht im Präsidialdepartement.
Autor: Urs GloorPräsident Kommission des Historischen Museums

Gloor ist darum der Meinung, die staatlichen Basler Museen sollten ausgegliedert und zum Beispiel in öffentlich-rechtliche Anstalten oder Stiftungen umgewandelt werden. Damit könnten die Museen auch ihre Kompetenzen stärker ausspielen: «Die Fachleute sind im Museum und in der Kommission. Inhaltlich sind die Fachleute nicht im Präsidialdepartement.» Der Kanton könnte seine Interessen wie bis anhin bei den Museen einbringen, einfach in anderer Form. Zum Beispiel über Leistungsaufträge oder über die Statuten.

Rechtsform beschäftigt Grossräte

SP-Kulturpolitiker Claudio Miozzari findet, man solle über die Idee der Auslagerung diskutieren. Tatsächlich bestehe die Gefahr, dass die Politik den Museen zu stark dreinreden würde: «Man würde den Museen gern Sachen vorschreiben. Wenn man aber die inhaltliche Freiheit ernst nimmt, dann haben die Vorschriften Grenzen.»

SVP-Grossrat Pascal Messerli unterstützt den Vorschlag einer strukturellen Veränderung: «Wir werden uns sicher für eine Auslagerung einsetzen.» Die heutige Struktur sei nicht mehr zeitgemäss.

Auch CVP-Grossrat Oswald Inglin, Präsident der Bildungs- und Kulturkommission des Grossen Rates, ist der Meinung, dass eine Auslagerung diskutiert werden müsse: «Man muss sich überlegen, ob die Museen davon profitieren würden oder ob es ein Nachteil wäre, wenn die Museen quasi im Konkurrenzkampf zueinander stehen würden.»

Grossrat Jérôme Thiriet, der wie Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann dem Grünen Bündnis angehört, sieht hingegen keine Vorteile in einer Änderung der Rechtsform: «Ich habe das Gefühl, dass es mit einer guten Führungsstrategie sinnvoll ist, wenn alle fünf Museen beim Kanton bleiben.»

Die Bildungs- und Kulturkommission wird sich schon bald mit der Revision des Museumsgesetzes befassen. Spätestens in diesem Kontext dürfte die Forderung nach einer Auslagerung intensiv diskutiert werden.

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