Bürgerinnen und Bürger werden zu Geruchsmeldern

Bei der Sanierung der Deponie Kesslergrube im deutschen Grenzach-Wylen setzt der Basler Pharmakonzern Roche auf die Nase von Bürgerinnen und Bürgern. Sie sollen Gerüche, die durch die Sanierung entstehen, erkennen und melden.

Drei Personen sitzen mit Kopfhörern an einem Tisch, zwischen ihnen hat es Abschrankungen. Sie strecken die Nasen zur Tischmitte, wohl zu einem Computer, den man beim vorderen, leeren Platz sieht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 14 Personen schnüffeln künftig für den Pharmakonzern Roche. zVg

Bei der Sanierung der Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen setzt Roche auf ein aussergewöhnliches Warnkonzept: auf menschliche Nasen. Vergangene Woche sind 14 Personen darin ausgebildet worden, spezielle Grubengerüche zu erkennen. Es handle sich um Menschen, die täglich in Grenzach-Wyhlen seien und ein normales Geruchsempfinden hätten, schreibt Roche am Dienstag. Diese 14 Geruchsmelder sollen auffällige Gerüche erkennen und sofort Roche melden. Sie ergänzen ein System von Messstationen.

Roche saniert den westlichen Teil der Kesslergrube. Dieser werde nachhaltig saniert, schreibt Roche, indem «der gesamte, mit Abfällen belastete Boden geschützt unter einer schallgedämmten Einhausung vollständig ausgehoben, in gasdichten und havariesicheren Spezialcontainern abtransportiert und thermisch entsorgt» werde. Sollte es trotzdem zu Belästigungen kommen, werde Roche dagegen vorgehen.