Christoph Meury: «Ich spiele gerne mit dem Feuer»

Christoph Meury gibt nach 14 Jahren die Leitung des Theater «Roxy» in Birsfelden ab. In den vergangenen Jahren machte sich Meury einen Namen als innovativer Theaterdirektor, der sich auch gerne provokativ zur Kulturpolitik äusserte.

Portrait von Christoph Meury, dem Leiter des Theater "Roxy" in Birsfelden Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Christoph Meury leitete 14 Jahre lang das Theater "Roxy" und ... srf

Mit dem Feuer zu spielen sei interessanter als sich stets gegenseitig auf die Schultern zu klopfen. Das sagte Christoph Meury, abtretender Leiter des Theater «Roxy», am Freitag gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF. «Wenn man Risiken eingeht, entstehen oft interessantere Sachen», so Meury weiter. Dies sei auch bei seiner Arbeit als Kulturschaffender so gewesen: Sowohl bei seinem Engagement für die Kaserne in Basel, wie auch beim Theater Gessneralle in Zürich und in den vergangenen 14 Jahren im «Roxy» in Birsfelden.

Theater als regionales Kompetenzzentrum

Als Meury das «Roxy» übernahm, stellte sich die Frage, ob es zu einem Kleintheater werden sollte. Meury entwickelte es aber zu einem «produzierenden Zentrum» wie er sagt. Zu einem Ort, der Theater- und Tanzgruppen nicht nur für Aufführungen zur Verfügung steht, sondern auch während Wochen der Proben Raum gewährt. Diese guten Produktionsbedingungen, die den Künstlern auch die Möglichkeit lässt, beispielsweise präzise mit Licht zu arbeiten, schätzten diese, so Meury. «Das Roxy ist für regionale Gruppen zu einem Kompetenzzentrum geworden.» Ob diese Theater- und Tanzgruppen deshalb bessere Produktionen präsentierten, vermochte Meury nicht «so gradlinig» zu beantworten. Aber dass Gruppen nicht «stets auf den letzten Drücker arbeiten müssen, verbessert die Qualität».

Fast in der Stadt

Das Theater «Roxy» ist in Birsfelden und damit unmittelbar vor den Toren der Kulturstadt Basel beheimatet. Dennoch fordert Meury, das Baselbiet solle sich nicht auf der Kultur ausruhen, die die nahegelegene Stadt anbietet. «In Baselland gibt man sich zufrieden, mit dem was man hat und verweist sehr schnell auf Basel-Stadt», kritisiert Meury. Dabei sei es für die Bevölkerung und die Eigenständigkeit entscheidend, dass nicht alles in der Stadt abgehandelt werde. Das Baselbiet müsse selbstbewusster sein und eigene Projekte auf die Beine stellen.

Im Konkurrenzkampf mit dem Nachbarkanton sei er deswegen aber nicht. Bei Kulturschaffenden sei die Zusammenarbeit in den beiden Basel bereits Alltag, es gäbe sehr viele bikantonale Projekte, sagte Meury. «Das Unangenehme ist aber, dass die einen ihr Okay für Geldzusagen in Liestal holen müssen und die andern in Basel». Dies erschwere die Arbeit teils stark.

Nach seiner Pensionierung möchte Christoph Meury nicht ruhig werden. Er habe bereits Projekte für zwei oder drei Zwischennutzungen, sagte er ohne weitere Details zu nennen. Und; er spiele auch nach seiner Pensionierung gerne mit dem Feuer.