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Weil keine Osteuropäer kommen, stechen Leute aus der Region Spargeln
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 04.05.2020.
abspielen. Laufzeit 04:53 Minuten.
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Corona-Ernte Spargelstecher aus der Region statt Erntehelfer aus Polen

Jahrelang fanden Bauern Spargelstecher nur noch in Osteuropa. Mit der Corona-Krise hat sich das plötzlich geändert.

Mit seinen Turnschuhen, der kurzer Hose und dem T-Shirt sieht Manuel aus wie ein Spitzensportler. Und so schnauft er auch. Eigentlich ist er Koch, aber das war vor Corona. Jetzt ist er Spargelstecher und deshalb auch ziemlich ausser Atem.

Seit Wochen ist er im «Beeriland» auf dem Bruderholz-Plateau im Einsatz. «Knochenarbeit, aber es macht mir Spass zu den Wurzeln des Produkts zu kehren und den Bauern zu unterstützen». Normalerweise bereitet der Koch Spargel zu, jetzt erntet er diesen.

Schweisstreibende Arbeit

Normalerweise verrichten Erntehelferinnen und Erntehelfer aus Polen diese Arbeit. Wegen Corona konnten sie diese Saison aber nicht einreisen. Für Landwirt Thomas Wiesner zunächst ein Schock.

Doch schon bald nach dem Lockdown meldeten sich zahlreiche Leute bei ihm wie Julie Jaberg, Gastronomin und Köchin vom Gasthof Neubad. Normalerweise bezieht sie die Spargeln für ihr Restaurant von Thomas Wiesner. Jetzt bot sie ihm an, als Erntehelferin einzuspringen.

Wiesener willigt sofort ein, Jaberg trommelt noch weitere Gastronomen und Köchinnen zusammen und dann meldeten sich aber auch Physiotherapeuten und Kleinkinderzieherinnen. «Wir inzwischen 20 Leute und damit kommen wir gut durch», so Landwirt Wiesener. «Ich bin wirklich positiv überrascht, wie gut alle mitanpacken.»

Zu welchem Lohn?

Ganz so hart arbeiten, wie die Erntehelferinnen- und Erntehelfer aus dem Osten, müssen die Neulinge aber nicht. «Wir sind doppelte so viele, wie in einer normalen Saison. Also müssen auch alle nur halb so viel arbeiten», erklärt Wiesener. Wieviel Lohn die Helferinnen und Helfer für ihre Arbeit bekommen, sei noch unklar.

Auch Umut Killi steht auf dem Spargelfeld. Der Wirt aus Thürnen, Baselland, musste sein Restaurant ebenfalls schliessen. Er sei sehr froh, dass er Thomas Wiesner unterstützen könne. «Es ist eine Win-Win Situation: Für den Bauern, für mich und für alle, die gerne Spargel essen.»

Regionaljournal Basel 7:32/17:30 Uhr

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Henriette Fankhauser  (Henri66)
    Und plötzlich geht es. Vielleicht sind diese Erfahrungen nachhaltig und es wird vermehrt auf inländische Arbeitskräfte und inländische Produkte gesetzt.
    1. Antwort von Cornelia Back  (momorge)
      Logo geht es, die Leute, die jetzt stechen arbeiten ja sonst...
  • Kommentar von Aaron Dettwiler  (Aaron1984)
    Es ist doch interessant, dass in einer Krise pragmatische Lösungen von ganz normalen Menschen gefunden werden. Wenn es wieder rund läuft, erklären uns die Ideologen und Verwalter wieder wo es lang geht.
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Also! Geht doch. Es gibt offenbar genügend Arbeitskräfte bereits im Inland. Nur unser Wohlstand erlaubt es uns, dieses Potential regelmässig nicht auszunutzen.
    1. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      Es sind vorwiegend MA aus der Gastrobranche, diese Geschäfte sind jetzt geschlossen. Sobald aber die wieder öffnen können, müssen deren MA wieder in deren Betrieb arbeiten.
    2. Antwort von Christoph Münch  (Nutzername für was?)
      Nein, es hätte nicht genug Arbeitskräfte im Inland. Die die jetzt auf die Spargel stechen würden in normalen Zeiten in ihren Restaurants und Physiopraxen arbeiten, wo sie auch mehr verdienen, was wir wiederum durch unseren Wohlstand finanzieren können.
    3. Antwort von Cornelia Back  (momorge)
      Sie Schlaumeier, was sie genügend Arbeitskräfte nennen, die arbeiten ja wenn man es ihnen nicht gerade verbietet!!!
    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      Es hat immer genügend Arbeitskräfte, wenn die Löhne stimmen. Wir leisten uns eine, verglichen mit anderen europäischen Ländern, gut ausgebaute Arbeitslosenversicherung, eine Sozialhilfe die oft über dem Lohnniveau von Tieflohnsektoren wie der Landwirtschaft oder Gastro ist, sowie ein Rentensystem, das, bis jetzt, vielen von uns erlaubte, viel zu früh in Rente zu gehen. Wenn wir uns das irgendeinmal nicht mehr leisten können, dann werden viele froh sein, überhaupt einen Job zu haben.