Das Jüdische Museum schreibt rote Zahlen

Im vergangenen Jahr resultierte ein Defizit von 57'000 Franken. Das Museum hat sein Angebot ausgebaut - und dies hat seinen Preis.

Verschiedene Amulette, darunter ein Messer, ein Fisch und eine gnomenhafte Figur. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Talismane aus der aktuellen Sonderausstellung des Jüdischen Museums. zVg

Das Jüdische Museum der Schweiz, das an der Basler Kornhausgasse beheimatet ist, hatte im vergangenen Jahr so viele Besucher wie schon lange nicht mehr. Dass das Museum dennoch rote Zahlen schrieb, ist somit nicht auf den mangelnden Publikumserfolg zurückzuführen.

Der Grund liegt anderswo: Das Museum hat einen Strategiewechsel hinter sich. Früher wurde es ehrenamtlich geführt, seit 2010 hat es mit Gaby Knoch-Mund eine angestellte Museumsleiterin. Und: Das Angebot des Museums wurde ausgebaut. Die grösseren Personalkosten machen sich nun bemerkbar. Das Museum habe im vergangenen Jahr aber auch weniger Spenden erhalten als in anderen Jahren, sagt Gaby Knoch-Mund gegenüber dem «Regionaljournal».

57'000 Franken betrug 2012 das Defizit, wie die Zeitung «Tachles» berichtet und die Museumsleiterin bestätigt. Das ist ein grosses Defizit für ein Museum, das mit einem schmalen Budget von lediglich 300'000 Franken arbeitet. Eine Arbeitsgruppe sucht nun neue finanzielle Mittel. Vor allem Mäzene und Sponsoren möchte das Museum finden. Zudem hofft Museumsleiterin Gaby Knoch-Mund, dass der Kanton Basel-Stadt in Zukunft seine Subvention erhöht. Alarmierend ist die Situation für das Jüdische Museum noch nicht - es kann derzeit von seinen Reserven zehren.