Das verschmähte Wasser vom Basler Vierlinden-Brunnen

Als Basel Mitte des 19. Jahrhunderts ein neues Wassersystem bekam, war die Aufregung an der Steinentorstrasse gross. Die Anwohner konnten nicht mehr ihr geliebtes Grundwasser aus dem Vierlinden-Brunnen trinken und protestierten beim Kanton.

Der Vierlinden-Brunnen verdankt seinen Namen den vier Lindenbäumen, die auf dem Platz zwischen der Steinentorstrasse und dem Klosterberg stehen. Dank ihnen ist der Brunnen im Schatten, das Wasser ist kühl.

Zusätzlichen Schutz bietet die kleine Kuppel über den beiden Hähnen «Hier konnte man früher sein Seil befestigen und das Wasser aus dem Boden schöpfen», sagt Christiane Widmer, die ein Buch über die Basler Brunnen geschrieben hat. Später, als sich die Wasserversorgung weiterentwickelte, floss das Grundwasser durch zwei Hähnen

Anwohner wollten ihr Grundwasser zurück

Mitte des 19. Jahrhunderts schliesslich erhielt die Stadt ein neues Wassersystem. Das Wasser wurde aus Grellingen importiert und über Leitungen in die ganze Stadt verteilt. Die Anwohner der Steinentorstrasse waren aber mit dem «neuen» Wasser gar nicht einverstanden. Sie schrieben in einem Brief an den Regierungsrat:

«  ... dass das Grellinger Wasser im Sommer etwas lau, um nicht zu sagen wärmlich schmeckt. Auch dann würde einem Trunk aus unserem Brunnen jedenfalls der Vorzug gegeben.  »

Protestbrief der Anwohner

Die Anwohner hatten damit Erfolg: Der Brunnen wurde daraufhin so eingerichtet, dass aus einem Wasserhahn das Grellinger Wasser und aus dem anderen das Grundwasser des Brunnens floss. Diese Lösung blieb bis 1901 bestehen.

(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)