Der Baselbieter Landrat will bei der Kultur sparen

Dass auch die Baselbieter Kultur die Finanzmisere im Kanton zu spüren bekommt, ist schon länger klar. Trotzdem flogen im Landrat noch einmal die Fetzen, als der entsprechende Budgetposten behandelt wurde.

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Bildlegende: Vor dem Regierungsgebäude wurde gegen die Kürzungen im Kulturbereich demonstriert. SRF

12 Prozent oder knapp 400'00 Franken will die Baselbieter Regierung bei der Kulturförderung einsparen. In Liestal gingen deswegen am Donnerstag die Emotionen hoch. Vor dem Regierungsgebäude demonstrierten etwa 300 Kulturschaffende gegen die Sparmassnahmen der Regierung. Und im Landratssaal kam es zu einer hitzigen Debatte.

Besonders empört zeigte sich der Sissacher SP-Landrat Stefan Zemp, der seine bürgerlichen Ratskollegen frontal angriff: «Gerade ihr, die ihr vor anderthalb Jahren reihenweise Höhenfeuer aufgebaut habt und 'Unser Baselbiet' geschrien habt, wollt den Kanton jetzt wegsparen!» SVP-Landrat Paul Wenger schlug dagegen vor, die Gemeinden sollten die eingesparte Summe kompensieren.

Bildungsdirektorin Monica Gschwind (FDP) erklärte, sie selbst bedauere die Sparmassnahmen im Kulturbereich: «Aber es ist von der finanziellen Situation her unabdingbar, auch in diesem Bereich zurückzufahren.» Und auch wenn SP-Landrat Christoph Hänggi davor warnte, der Kanton würde zu einem «Schwarzen Fleck in Sachen Kultur», folgte die Mehrheit im Rat der Regierungsrätin Gschwind und stimmte der Kürzung des Kulturbeitrags mit 45 gegen 37 Stimmen zu.