Der Baselbieter Regierungsrat Weber baut seine Direktion um

100 Tage im Amt als Regierungsrat: Thomas Weber zieht Bilanz. Der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsminister hat sich inhaltlich in den ersten drei Monaten vor allem den Schwerpunktthemen Volkswirtschaft, Gesundheit und Landschaft gewidmet und sich in Dossiers eingelesen.

Thomas Weber zeigt auf ein Plakat, das das Baselbiet von oben zeigt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Thomas Weber richtet den Fokus nach innen und reformiert die eigene Direktion. SRF

Thomas Weber empfing die Journalisten am Dienstagmorgen in der Sulzkopfhütte, oberhalb von Muttenz. Ein symbolischer Akt. «Von hier oben haben wir eine andere Perspektive, einen anderen Blickwinkel. Wir stehen quasi über der Sache», sagte der Regierungsrat gegenüber den Medien. Es sei ein passender Ort, um Bilanz zu ziehen.

Thomas Weber blickt nach vorne

Der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor hat 100 Tagen im Amt nicht nur zurück, sondern auch nach vorne geschaut. Thomas Weber hat angekündigt, die historisch gewachsene Direktion zeitgemässer zu organisieren. Das teilt das Departement in einer Mitteilung mit.

Direktion wird umstrukturiert

Regierungsrat Weber habe festgestellt, dass viele Dienststellen viele administrative Aufgaben selber erledigen, was teils Koordinationsdefizite und Doppelspurigkeiten bedeute. Sein Ziel sei nun, dass die Direktion innert 100 Wochen so reformiert wird, dass sie alle anfallenden Aufgaben vollumfänglich und flexibel wahrnehmen kann.

Thomas Weber betont, dass dieser Schritt keine Kritik an seinem Amtsvorgänger sei. Vielmehr sei die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion halt historisch so gewachsen.Der heutige Stand entspreche aber nicht seiner Vorstellung einer modernen Führungsstruktur.

Personalabbau ist nicht ausgeschlossen

Die Direktions-Reform mit dem Namen «Avenir VGD» soll der Belegschaft auch eine Identität geben, sagte VGD-Generalsekretär Olivier Kungler. Ein sorgfältiger Strategieentwicklungsprozess solle die Kapazitätsbedürfnisse genau eruieren; das kann laut Weber auch zu Verschiebungen einzelner Stellen führen. Die VGD sei aber schlank, teils sogar mager, er plane keinen grossen Personalausbau.

Wirschaftsoffensive vorantreiben

Weiter kündigte Weber eine umfassende Revision des Gesetzes über die Betreuung und Pflege im Alter an. Das 2006 in Kraft getretene Gesetz ist bereits teilrevidiert worden; nun will Weber wegen der älter werdenden Kantonsbevölkerung unter anderem die Rollen und die Finanzierung zwischen Bund, Kanton und Gemeinden klären. Diese Themenfeld sei neu für ihn, sagte Thomas Weber gegenüber dem «Regionaljournal Basel» von Radio SRF: «Es ist ein sehr interessantes Thema und schlussendlich interessiert es mich auch aus persönlichen Gründen. Auch vor mir macht der Altersprozess nicht Halt.»

Zur angelaufenen Wirtschaftsoffensive sagte er, die Zusammenarbeit mit BaselArea laufe gut. Einen Schwerpunkt legt er vor allem bei der Unterstützung der bestehenden Betriebe, damit diese im Baselbiet weiter wachsen und investieren können.