Der Brunnen, der die Basler Regierung blamierte

Der Gemsbergbrunnen in der Basler Innenstadt hat eine spezielle Geschichte: Als der Trog im 19. Jahrhundert aus dem Kanton Solothurn angeliefert wurde, passte er nicht durch das Stadttor. Deswegen musste die Regierung die Basler Stadtmauer frühzeitig abreissen.

Der Gemsbergbrunnen steht mitten in der Basler Altstadt in der gleichnamigen Gasse. Am auffälligsten ist die schwarze Gemse zuoberst auf der Säule des Brunnens. Für einen Altstadtbrunnen ist er ziemlich gross. «Schon sein Vorgänger war so gross», sagt Christiane Widmer, die ein Buch über die Basler Brunnen geschrieben hat, «aber er war aus Holz».

1861 wollte die Basler Regierung den Holzbrunnen ersetzen, denn: «Es gab ein neues Wassersystem mit neuen Wasserleitungen. Deswegen wurden viele Brunnen in Basel ersetzt oder neu gebaut», sagt Widmer. Und für den Gemsberg wollte die Regierung wieder einen grossen Brunnen, diesmal aber aus Stein.

Die Regierung wollte nur das Beste und bestellte einen Kalksteintrog im Kanton Solothurn. Dieser wurde aufwändig nach Basel transportiert, 24 Pferde mussten den Trog ziehen. Vor der Basler Stadtmauer war für den Tross aber Schluss: Der grosse Trog passte nicht durchs Stadttor. «Das war natürlich sehr peinlich für die Basler Regierung», sagt Christiane Widmer. Die Regierung musste daraufhin die Stadtmauer abreissen. «Zum Glück war das sowieso geplant, allerdings sollte an einer anderen Stelle damit begonnen werden», sagt Widmer.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)